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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 312 -
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las Ganze erkalten laßt, was durch Wassergicßen beschleuniget wer- den kann; hierauf wird die Arbeit wieder vom Neuen begonnen. Bisweilen tann das Zernciden des Schwallbodens auch spater eintreten, nachdem der Frischbcden (d. i. die erste oder unterste Vil- dung des Tachels) schon angesetzt war. Man erkennt dieses in einem auffallende» Tiefersinken des Frischbodcns mit gleichzeitigem Einstel- len großer Schlackenmengen, indem der aufgelöste Schwall als gaarc Schlacke über den Frischboden tritt, mithin ein sehr schlackiger Gang sich einstellt- Wird dieses Gebrechen gleich im Entstehen erkannt, so ist es durch die vorhin bezeichneten Hülfsmittel gegen das Zer- treiben dls Schwallbedens leicht;« beheben; Übersicht man es aber, so tritt ebenfalls das weiche Durchzerrcnncn ein, indem der Frisch- doden von unten aufgefressen, aufgelöst wird. Unkundige Frischer verwechseln diese Erscheinung mit Rohgang, von welchem sie aber wesentlich verschieden ist; denn tic hierbei vorhandene Frischschlacke ist von sehr gaarer Natur, und das noch unaufgclist verbliebene Schmelzgut ist gleichfalls von sehr gaarcr, zum Faulbruch geneig- ter Beschaffenheit. — Geschieht das Einschmelzen des Roheisens zu früh oder ;u rasch, so gelangt es in einem völlig tünnfiüssigen, ro< hen Zustande auf den Schwallbcdcn, und zwar in einem um so hohern Grade, je rohschmelzcnder oder schwerfrischender eS an und für sich ist. Dadurch wird der Schwallboden ingleichen stark ange- griffen, eine rohe Schlacke und ein roher tief liegender Frischboden, kurz ein förmlicher Rohgang gebildet, welchem durch die im Z. 82 angeführten Mittel begegnet werden muß, und worauf wir noch weitläufiger zurückkommen werden. Versäumt man dem Niedersin- ken des Frisch- oder Schwallbedcns bei einem Nohgange in Zeiten zu begegnen, so kann sich abermals ein völliges Auflösen des Schwall- bodens einstellen, und diese Erscheinung wird das Durchzerren- ncn schlechtweg» oder zur richtigeren Unterscheidung von dem wei- chen Durchzerrennen, sollte es das rohe Durchzerrmnen genannt werden. Diese Erscheinung ist unseren Frischern allenthalben be- kannt, denn es ist dieses der gewöhnliche Feind, gegen den getämpft werden muß, bei der Löscharbeit wie bei der Schwallarbcit. Aus allem diesem ist klar zu entnehmen, daß tie richtige Be- handlung des Schwallbcdcns viele Ein- und Umsicht fordert, wenn
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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