Seite - 313 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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ma» von der Schwallarbeit einerseits die Vortheile der größeren Er-
zeucung, des geringere» Kohlenvcrbrandes und der bessern Eisen-
qua,ität erlangen, und anderseits mit einem mäßigen Eisenvcrluste
dur>bkommen will; sie ist, wie schon einmal bemerkt, vorzüglicher
als die Lcscharbeit, aber zugleich auch gefährlicher als diese. Son-
der Zweifel könnte der Behandlung des Schwallbodens eine wesent»
lichc Erleichterung und Vervollkommnung dadurch gewährt werden,
wenn man die Dicke des Schwallbodens von 6 bis 7 Zoll auf 2
bis 3 Zoll herabsetzen, dafür aber diesen dünneren Schwallboden
auf einer ebenso dicken gußeisernen Bodenplatte ruhen lassen möchte.
Dadurch wäre ein neues, sehr kräftiges, schnell und leicht anzuwen-
dendes Mittel gegen das Zcrlrcibcn des Schwallbodens geboten, näm-
lich die Abkühlung von unten. In dem Glauben an einen günsti-
gen Erfolg dieser höchst einfachen Aenderung muß man um so mehr
bestärkt werden, wenn man den Schlackcnherd eines Puddlingofens
oder als noch näher verwandtes Beispiel, die Schlackensohle bei der
englischen Wallonschmicdc, in dessen Vestchen'und Wirken betrachtet,
tz. 8U. Wie bereits im tz. 8, Seite 11 angedeutet, ist das^
geeignetste Roheisen für die Schwallaibcit das großluckigc Floß, die
sogenannten Schwallstcsscn. Vei diesem Roheisen kann durch die
Schwallarbeit in der kürzesten Zeit, bei dem geringsten Eisen- und
Kchlenverbrand, das beste Stabeisen dargestellt werden. Soll wci-
chcrcs Roheisen am Schwallboden «erfrischt werden, so kann man
den Frischprozcß in einzelnen, besonders den erstcrn Stadien zwar
mehr beschleunigen, allein in andern Perioden, namentlich gegen
das Ende des Prozesses, kann das Einschmelzen desselben, und noch
mehr die gehörige Verthcilung dcö Eingeschmolzenen nicht rasch ge-
nug erfolgen, wovon ein größerer Calo und ein ungleiches, theil-
weise verbranntes Eisen die nothwendigen Folgen sind. Hat man
dagegen härteres Roheisen am Schwallboden zu »erfrischen, so muß
das Einschmelzen desselben vorsichtiger, langsamer geschehen, was
eine Verzögerung der Arbeit und somit mindestens einen größeren
Zeit- und Kohlcnaufwand, und überdies gewöhnlich ein ungleiches,
theilweise härteres Stabeisen nach sich zieht. Indessen wäre die Vor-
stellung unrichtig, würde man aus dem Gesagten folgern, daß es
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen