Seite - 316 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Bild der Seite - 316 -
Text der Seite - 316 -
— 316
Eisengraupen bestehend, werden einstweilen zum Zusatzhaufen zur
Seite gestürzt. Die durchgercutcrte Lösche wird mit so viel Wasser
begossen, und so lange mit der kleinen Kohlenschaufel durchgefaßt,
bis dieselbe kein Wasser mehr auftunehmcn im Stande ist, und
gleichmäßig befeuchtet erscheint. Mit dieser genäßten Lösche wird der
Herd an den vier Seiten und Ecken mit der kleinen Kohlcnschaufcl
bis zur Eßbankhöhe ausgeschlagen, wobei man besonders an ienen
Seiten diesen Beschlag mit der Schaufel fest stauchet, und allenfalls
mit nachgefaßtcr Lösche verstärkt, an denen man ein zu festes An»
liegen oder zu großes Ausbreiten des Tachels zu besorgen hat; in
der Negel muß unter dem Eßeiscn am besten verstaucht werden.
In der Mitte des Herdes bleibt der Schwallboden sonach unbedeckt,
nur streut man allenfalls eine Schaufel voll zerkleinerte Weich dar»
über, besonders wenn der Schwallbodcn etwas tief gelegen ist. Die
solchergestalt vorgerichtete Herdgrube wird nun mit Kohlen gefüllt,
und über der Eßbank ein 4 bis 6 Zoll hoher Wall von der nassen
Lösche aufgeführt, der Löschtran; hergestellt, welcher gleichsam die
Fortsetzung des zuvor erwähnten Hcrdbcschlagcs auf der Arbeitscite
bildet, und sich auf der Windseite an die Wolfmaucr anschließt,
wo er um etliche Zoll höher aufgeführt wird. Bleibt noch etwas
nasse Lösche übrig, so wird diese unter der Esse auf der Windseite zur
Seite geschafft, sollte aber zur Vollendung des Löschtranzcs zu we-
nig davon vorhanden seyn, so muß frische Lösche herbeigeschafft, mlt
Wasser begossen, und mit der Schaufel durchgearbeitet werden.
Etwas verschieden von diesem Verfahren ist die Vorbereitung
des HcrdeS, wenn derselbe gleich nach ausgestcchencm Tachcl, mit-
hin noch im heißen Zustande, für die unmittelbar darauf folgende
Dachelbildung wieder in Stand gesetzt werden muß. Hierbei muß
auf die Gestalt und Beschaffenheit des ausgcstochcncn Dachcls, wie
auch auf den Schwallboden wesentlich Rücksicht genommen werden.
War der Dachel leicht auszubrechen und gut geformt (welche Form
wir später erörtern wollen), und bezeugt die Beschaffenheit des Schwall-
bodens einen normalen Gang (siehe §.88), so kühlt man das Feuer
mit etlichen Sechtern Nasser, bricht die Ansätze an den Seiten der
Herdgrube, absonderlich unter dem Gßeisen, mit der kleinen Brech-
stange los, schafft sie in die Mitte der Grube, und staucht an den
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen