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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 320 -
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— 320 — zu verfahren, wenn sie die Kernmasseln am Anfange und am Ente, die Ranftstücke aber in der mittlern Zeit der Periode des Nusheiz- prozesses in Arbeit nehmen, weil die reineren Stücke leichter aus- zuheizen sind, und eS eine Hauptbedingung für das Gelingen des ganzen Prozesses ist, daß die ersten und letzten Hitzen tadellos seyn sollen. Außerdem hat man noch bei jedem Massel die Haarseite und die Neinseite zu unterscheiden, wovon erstere, das ist jene, mit welcher ter Dachet in der Herdgrube aufliegt, stets unreiner, schlackichter und roher ist, als letztere, die bei der Dachelbildung nach oben gekehrt war. Jeder Massel soll daher auf der Haarseite stärker als auf der Ncinseite geheizt werden. Damit man von jedem einzelnen Massel im Feuer stets in Kenntniß bleibt, ob dessen Haar- oder Ncinseite nach unten, nach dem eigentlichen Schmclzraumc gekehrt ist, so bedient man sich bei den offenen Spannringen der Vorsicht, t>,ß deren offene Seite stets nach einer gewissen Seite ge- wandt erscheint, wenn die Haarseite des Massels unten zu liegen kömmt. Wenn die drei ersten Masseln und die erste Flossengarbe ein- gehalten sind, wird der köschtranz aus start befeuchteter Lösche über sämmtliche Zangenschäfle etliche Zoll erhöht, und nach der Wolft mauer zu ansteigend geschlossen, damit die Zangcnschäfte mehr kühl gehalten, und der Kohlenraum im Feuer gegen die Arbcitseite be- stens verengt werde. Dann gibt man etliche Schaufeln Kohlen auf, läßt das Gebläse an, streut nach Vcdarf Weich über die Kohlen, putzt die Hüttensohle auf der Arbeitseite des Feuers mit einem Vcsen, und somit ist der Ausheizprozeß eingeleitet. — Sehr gewöhn» lich findet man jedoch, daß nicht bloß etliche Schaufeln Kohlen auf die eingehaltenen Masseln und Flossen gegeben, sondern etliche Körbe oder Reutern voll aufgethürmt werden, damit der Arbeiter hernach längere Zeit vom Kohlaufgebcn befreit ist, und meint sodann lurch das Schleedern mit Lehmwasser dem unnöthigen Kohlcnverbiande zu steuern; ja manche Frischer behaupten sogar, daß durch eine größere Menge aufgethürmter Kohlen deren Verbrauch nur ver- mindert werde, indem sich die obern Kohlen langsamer erwärmen, dadurch weniger zerspringen, und überdies die Hitzen schneller er-
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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