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folgen, da immer nur glühende Kohlen in den eigentlichen Schmelz-
raum nachsitzen können. Allein das Schlcedern schützt nur die ober-
sten Kohlen für eine kurze Zeit, und darf wegen dessen Einfluß
auf den Gang des Feuers nicht immer und nicht in zu großer Menge
angewandt werden; das Zerspringen der kalten Kehlen, wenn diese
plötzlich in große Hitze kommen, wird am besten dadurch vermieden,
daß man vor dem Aufgeben einer neuen Parthie die noch im Feuer
vorhandenen Kohlen stets früher zusammcnschürt, damit die kalten
Kohlen zu oberst liegen bleiben müssen, und dadurch wird zugleich
bezweckt, daß die erhitzten Eisenmasscn immer von glühenden Kohlen
umgeben bleiben. Zudem wird man meist finden, daß Arbeiter, die
Anfangs gleich eine große Kohlenmcnge aufgeben, dieses Verfahren
auch beim Nachtragen der Kohlen in größcrn Zeitabschnitten befol-
gen, während doch das Verbrennen der Kohlen nur allmählig geschieht.
Nücksichtlich der Windprcssung, mit der begonnen werden soll,
ist zu bemerken, daß man bei kalten Masseln niemals gleich die
volle Pressung geben soll, damit sich diese bei dem schwächern Winde
gleichmäßiger durchhitzen können; befindet sich aber ohnedies noch
der Herd wie die Massel im heißen Zustande, so kann man bezüg-
lich des Aushenprozcsses zu seiner Beschleunigung gleich mit vollem
Winde beginnen. Wichtig ist es jedoch, bei Verstärkung des Windes
immer auf die Beschaffenheit des Schwallbcdens nach §. 88 Bedacht
zu nehmen, und im Verlaufe des Prozesses den Zustand des Frisch-
bodens auch in dieser Hinsicht im Auge zu behalten, wie wir im
folgenden §> hören werden. Bezüglich des ersten Aufstreucns der
Weich über die eingehaltenen Masseln muß man sich ganz nach der
Beschaffenheit des Schwallbodens richten, damit der Zweck desselben,
das Eisen durch einen Neberzug von flüssiger Schlacke vor dem
Windstrome zu schützen, oder dem Feuer den nöthigen Saft zu ge-
ben, wie die Arbeiter sich ausdrücken, erreicht, und zugleich ein
guter Frischboden gebildet werde. War der Schwallbodcn in kaltem
Zustande, so kann dieser im Beginne des Ausheizprozesses keinen
Saft (flüssige Schlacke) geben, und man soll deßhalb jedenfalls 1,
bis 2 Schaufel voll Weich über die Kohlen streuen; die gleiche
Nothwendigkeit tritt ein, wenn der Schwallbcdcn zwar erhitzt, aber
nur wenig an der Oberfläche aufgelöst wucde. Zeigte sich aber der
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen