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Indessen, je dclicater ein auszuheilendes Stück ist, desto weniger
darf sich selbst ein geübter Heizer auf seinen Griff und die übri-
gen Kennzeichen am Feuer verlassen, sondern er soll in jedem zwei-
felhaften Falle mit der Hitze ausfahren, um sie außerhalb des
Feuers vor Augen zu haben, und im benöthigten Falle durch wie-
derholtes Einhalten zur entsprechenden Vollkommenheit bringen zu
können. Ein guter Meister oder Beamter darf in dieser Beziehung
nicht ermüden, stets mit Ernst die gehörige Aufmerksamkeit von
seinen Frischern zu fordern, wa« hier um so besser angehet, da
man jede verfehlte Hitze zu Gesicht bekömmt. Lehrlinge verfehlen
nicht bloß den entsprechenden Hihgrad sehr häufig, sondern es fal-
len ihnen viele Hitzen trocken und sengend aus, was nebst der Ver-
schlechterung des geschweißten Stückes zugleich einen schlechter« Frisch«
bodcn nach sich zieht.
Die Ursache der trockenen sengenden Hitzen kann eine mehr»
fache seyn; Mangel an Saft im Feuer, Unterlassen des Eintau-
chens der schweißenden Stücke beim Ueberkehren derselben, Nie<
dersinlen des Schwallbodens/ theilwciscs Zurückziehen und Vorschie«
ben des schweißenden Theiles in dem trockenen Löschkranze, Vcr«
mengung des Löschtranzcs mit den Kohlen, Aufgeben vieler Lösche
mit den Kohlen, und endlich die Berührung des schweißenden Stü-
ckes mit dem trockenen Löschtranze beim Herausnehmen der Hitze
aus dem Feuer sind die vorwaltenden Gründe trockener sengender
Hitzen. Wie die drei zuerst genannten Gebrechen gehoben werden,
kennen wir bereits; das vierte Gebrechen muß direct vermieden wer-
de», indem man das zu schweißende Stück gleich in der angemes-
senen Lage in das Feuer bringt, und darin erhält; das fünfte Uebel
muß durch sorgfältiges Ordnen und Vegießcn des köschtranzes Hin-
dangehalten werden, was besonders beim Nichten des Löschkranzes
nach ausgcnommcner Hitze zu beachten kömmt; zur Vermeidung dcö
sechsten Uebelstandes müssen die Kohlen nöthigen Falls mit Hülfe
der Kohlcoreucer vor dem Aufgeben vom Kohlenklein befreit wer-
den; der siebente Fehler endlich wird dadurch vermieden, daß man
die Hitzen beim Herausnehmen nach aufwärts auszieht, ohne damit
im Löschtranz zu verweilen, und außerhalb des Feuers übertehrt,
damit das allenfalls auf der Hitze liegende Kohlenklein sogleich ab-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen