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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 332 -
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— 332 — verstärkten Winde den Zweck erreicht, soll man von den vielen Schla- ckenzusätzen wenig oder keinen Gebrauch machen, weil diese dem folgenden Frischprozesse hinderlich sind, und dem Schwallboden leicht gefährlich werden können; für jeden Fall aber muß die überflüssige Schlacke wieder abgestochen werden, wenn das tiefere Niedcrsitzen des Schwcißbodens erreicht ist. Man möchte leicht versucht seyn, das Niedertreiben eines zu hoch gelegenen Bodens durch das frühere oder raschere Einschmelzen des Roheisens erlangen zu wollen, weil hier» mit zugleich eine Beschleunigung des Frischprozesses erlangt würde; allein dieses Mittel könnte nur lheilweise zum nächsten Ziele führen, und würde jedenfalls einen rohen Zerrennboden und sofort einen lheilweise rohen Dachel verursachen. ß. V3 . Hat der Schwcißbodcn die nöthigen Eigenschaften eines guten Frischbcdens erreicht, so soll der Frischprozeß selbst seinen An- fang nehmen. Die Aufgabe eines fleißigen Heizers ist demnach, die gleich mit den Masseln eingehaltene erste Flossengarbe allmählig in eine solche Nähe zur Form zu bringen, daß sie gleich nach Erzie- lung eines tauglichen Zerrennbodens langsam abzuschmelzen be- ginnt. Würde die Garbe früher zum Schmelzen gebracht, so müßte der Frischboden bald zu roh und zu tief ausfallen, worauf dann ungleich mehr Zeit und Mühe erforderlich wäre, um wieder einen tauglichen Frischbcden zu crzwecken, auf welchem das Einrenncn des Roheisens fortgesetzt werden könnte, als wenn man von vorne herein mit dem Vorrücken der Garbe länger gewartet hätte; man winde mit dem voreiligen Beginnen des Frischprozesses folglich nur einen Zeit- und Kchlcnverlust, und überdies ein ungleiches Frisch« product erzielen. Daß hingegen durch ein unnöthig langes Warten mit dem Einschmelzen des Roheisens direct ein Zeit und Kohlen« vertust die Folge ist, liegt auf der Hand. Der letztgenannte Fehler wird indessen von den meisten Arbeitern begangen, weil es ihnen mehr Mühe macht, wenn sie bald nach begonnenem Ausheizen auch schon den eigentlichen Frischprozeß einleiten sollten. Aus dieser Ur- sache trifft man auf mehreren Schwallhämmern, besonders in Stcicr- mart, wo bei der alten Löscharbcit dasselbe geschieht, die Gepflo- genheit, daß die erste Flossengarbe erst dann ins Feuer gebracht wird, wenn der Aushchpiezcß schon zur Hälfte beendet ist, und erst
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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