Seite - 333 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Bild der Seite - 333 -
Text der Seite - 333 -
nach vollendetem Ausheizen wird von der Arbeitseite her eine zweite
Garbe eingehalten, und das Zerrcnnen bei geschwächtem Gebläse
langsam begonnen. In diesem Falle weiden auch alle Masseln so-
gleich ins Feuer gebracht, und man hat dabei allerdings weniger
Arbeit mit den Masseln, allein mir auf Kosten der Arbcitsresultate.
Weil beim Einschmelzen der ersten Flossengarbe auf den noch
schwachen Frischboden jedenfalls mehr Vorsicht erheischt wird, als spä-
ter, so soll man für diese Garbe nach Thunlichkeit die weichern Flos-
senstücke aussuchen, welche gegen Ende des Frischprozesses ohnehin
nicht immer zu verwenden sind.
Nachdem ungefähr die Hälfte ter Masseln ausgeheizt ist, wird
von der Arbeitseite her, aber zur Aushaltung des nöthigen Rau-
mes für die Massel doch noch mehr auf der Windseite, die zweite
Flosscngarbe eingelegt werden. Man nimmt für diese Garbe aber-
mals bei 50 Pfund Flossen, und legt sie anfangs nur obenüber
auf die Kohlen, damit sie sachte angewärmt und dadurch vor dem
Springen bewahrt werden. Damit diese Garbe sicherer aufliegt, er-
theilt man ihr eine solche Lage, daß das unterste Flossenstück der-
selben mit der breiten Fläche seine Austage erhält. Sind nur noch
die letzten zwei Massel im Feuer, so wird die zweite, inzwischen an-
gewärmte Garbe, in aufgekanteter Lage neben dem mittlern Massel
tiefer ins Feuer gelassen, wodurch sie in Kürze ebenfalls zum Schmel-
zen gebracht wird. Unmittelbar nachher wird die dritte Garbe mit
beiläufig 5,0 Pfund Flossen, an die Stelle der zweiten zum An-
wärmen obenüber auf die Kohlen gelegt. Ist dann bloß Eine Aus-
hci^ange noch im Feuer, so wird die drille Garbe wieder fortgenom-
men, um sie in aufgekanteter Lage neben der Esscnmauer über dem
Eßcisen einzuhalten; und ist endlich auch die lchlc Zange aus dem
Feuer, so wi,d diese Garbe von der Mauer weg mehr in den eigent-
lichen Schmclzraum gerückt.
Nach beendetem Ausschmicdcn wird die vierte Flossengarbc von
gleichem Gewichte mit den vorhergehen!en von der Oschant aus an
der Gichtscite aufgelegt, und der Arbeiter hat nunmehr bloß auf
das Zerrennen zu achten. In dieser Periode wird die erste Garbe,
welche nach ihrem begonnenen Einschmelzen allmählig, wie es die
Beschaffenheit des Frischbodcnö gestattet, vorgerückt wurde, nahe ein-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen