Seite - 334 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Bild der Seite - 334 -
Text der Seite - 334 -
— 334 —
geschmolzen seyn. Damit von den Flossenstücken derselben keines aus
der Zange fallen kann, muß der an die Schäfte gesteckte Spann-
ring von Zeit zu Zeit nachgeschoben werden; und wenn endlich »ve-
nig mehr von den Flossen dieser Zange an den Schäften wahrzu-
nehmen ist, wird die Zange durch Niederdrücken an den Schäften
aufgehoben, und die kleinen ganz glühenden Reste der Flossenstücke
losgelassen, und zu oberst auf die Kohlen geschafft, damit sie lang-
sam niederschmelzen, und nicht ungeschmolzen auf den Boden ge-
langen. Die zuletzt eingelegte vierte Floffengarbe kommt nun an
die Stelle der abgcschmolzcncn ersten zu liegen, worauf noch die
fünfte Flossengarbe mit ungefähr 30 Pfund an der Gichtscitc auf-
gelegt wird, welche zugleich die letzte zu seyn pflegt, da 2W bis
235 Pfund Roheisen das gewöhnliche Quantum für einen Dackel
ist. Wenn dann die zweite oder dritte Garbe in gleicher Art wie
die erste, eingcrennt ist, wird die mittlerweile vorgewärmte fünfte
Garbe an dessen Stelle gebracht.
Man sieht hieraus, daß durch diese 4 bis 5 Flesscngarbcn,
welche sich gleichzeitig im Feuer befinden, der Raum desselben auch
nach beendetem Ausheizcn vollkommen bestellt bleibt. Es ist dieses
Verfahren ungleich zweckmäßiger, als wenn man, wie dieses auf
einigen Hütten üblich ist, nur zwei, höchstens drei Garben einlegt,
denen dafür ein größeres Gewicht ertheilt wird, weil bei kleinern,
mehr vertheilten Garben nicht allein die frischende Wirkung des ent-
weichenden Windei besser benützt, sondern zugleich der Naum für
die Kohlen mehr beschränkt ist; aber freilich hat man bei ten klei-
nern Garben mehr Plage mit liest», und ist zum öfteren Kohlen-
aufgcben genöthigt, weil man nie viel auf einmal aufgeben kann.
Auch mit den gaarcnten Zuschlägen hat man bei den kleinern Gar-
ben mehr Arbeit, denn bei den großen Garben pflegt man nahe
das ganze Quantum der Zuschläge, gewöhnlich nach Beendigung
des Ausheizcns, auf die zuerst an der Gichtseite in stacher Lage der
Flossenbrocken eingelegte Garbe aufzusetzen, während bei den klei-
nern Garben die Zuschläge nur successive nachgetragen werden dür-
fen, allein man soll nicht nach dem Bequemern, sondern nach dem
Vessern trachten.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen