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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 335 -
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— 335 — Was nun dl« Leitung des Frifchpro;esses betrifft, so muß derselbe in einem angemessenen gaaren (siehe §. 81) Gang fortgeführt wer- te» , was hauptsächlich durch das entsprechende Maß in der Schnel- ligkeit des Roheiseneinschmelzen« bezweckt wird; nebst diesem geschieht dic Regulirung aber auch »och durch die Menge und Art der Zu« schlage, durch Abstechen des Sinters, und durch die Verschiedenheiten in der Stätte des Windes. Das wesentlichste Anhalten für dies» Rcgulirung des Ganges gewährt: Erstens, das Verhalten des Frisch- bodens, welcher deßhalb beim öftcrn Durchraumen des Eßeisens »on Zrit zu Zeit mit dem Näumspießc untersucht werden soll. Dadurch erhält man zugleich zweitens über die Menge und Art der auf dem Zerrcnnboden befindlichen Schlacke Aufschluß, indem selbe den Räum» spiesi mehr oder minder belegt, und ihre Beschaffenheit nach dem Aussehen und Verhalten beim Erkalten zu erkennen gibt. Endlich drittens gewährt selbst das Aussehen der Flamme, besonders des Lauches, einiges Anhalten in dieser Beziehung, und obschon diese Erscheinungen nicht sehr scharf sind, werden sie doch am häufigsten bcnüht, weil man sie ohne weitere Bemühung von der Arbeitseite aus beständig vor Augen hat. Wir wollen nun diese drei Anhalts- puncte für die Leitung des Frischprozcffes näher kennen lernen. Die Bildung und Behandlung des Bodens bis zu Anfang des eigentlichen Frischprozesses haben wir schon im Z. 92 kennen gelernt. Nach Beendigung des Aushci;pro:esses, bis wohin gewöhnlich an 59 bis 69 Pfund Roheisen cingeschmolzen sind, muß sich der Boden schon über den ganzen Herd ausgebreitet haben, wodurch er allent- halben am Schwallbodcn aufzuliegen kömmt. In dieser Periode soll demnach das weitere Niedersinken des Bodens aufhören, weil es nur dadurch noch möglich wäre, daß der darunttr befindliche Schwallbo- dcn sich auflösen, und im flüssigen Zustande an den Seiten empor- steigend über den Boden trete, was, wenigstens in einem wahrnehm- baren Maße, nicht Statt finden darf, und dem nöthigenfalls durch Windschwächen, Schlackenabstechen und gaare Zuschläge begegnet wer' den muß. Wenn aber ein weiteres Niedersetzen nicht mehr gestattet, von oben jedoch das Nachschmclzen nun eigentlich erst beginnt, muß dadurch nothwendig der Boden anfangen in die Höhe zu steigen. Durch dieses Näherrücken des Bodens zur Form wird er in eine
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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