Seite - 340 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Bild der Seite - 340 -
Text der Seite - 340 -
Schlacke dagegen sieht nicht so hcll aus, belegt den Spieß ungleich,
erkaltet an einigen Stellen sehr schnell, lost sich während des Er-
taltens großenthcilS von selbst ab, und der noch allenfalls ha/tende
Rest der Belegung fällt bei der leichtesten Erschütterung fast ganz
ah. Eine ganz rohe Schlacke soll bei der Schwallarbeit nie vorhan-
den seyn, weil sie dem Ausheizprozesse und noch mehr dem Frisch«
Prozesse hinderlich ist; sie soll daher bci ihrer Entdeckung am Näum-
eisen oder auf den ausgefahrenen Hitzen, an denen sie sich auf-
bläht und schnell schwarz wird, ohne Verzug entfernt werden, zu
welchem Ende man das Abstechen oft mehrmals und bci verschie-
denen Stichlöchern versuchen muß, bis es gelingt, sie zum Ablau-
fen zu bringen; in der Sintcrgrube macht sie sich durch ihr starkes
Aufblähen wieder sehr kenntlich. Natürlich muß die abgestochene
Rohschlacke durch Aufgeben von gaarer erseht werden, wenn sonst
zu wenig Saft im Feuer wäre. Das Abstechen der gaaren Frisch-
schlacke geschieht während des Auöheizprozcsses nur dann, wenn sie
in solcher Menge vorhanden ist, daß sich die Formmündung alle
Augenblicke »erlegt, oder wenn sich der Schweißbodcn zu tief oder
gar nicht ansetzen will, und zwar wird sie nur bei den obern Sin-
terlöchern abgestochen; bei normalem Gange wird folglich während
des Ausheizcns nicht Sinter abgelassen. Während des Zerrennvro-
zesscs wird das Abstechen der Schlacke in der Regel 1 bis 3 mal
vorgenommen, weil in dieser Periode aus dem Roheisen und den
Zuschlägen viel Schlacke gebildet, und der Raum für selbe durch
das Herauswachsen des Bodens verkleinert wird und werden soll;
auch wird die Schlacke, wenigstens in der ersten Zeit, durch den
Einfluß des niedergeschmolzenen Roheisens immer roher, und muß
dann um so mehr beseitiget werden. Aber man darf hierbei nicht
alle Schlacken abstechen, denn ein größerer Antheil soll zum Schutze
gegen das unmittelbare heftige Ginwirken der Gebläselust stets
im Feuer zurück behalten werden, was durch Verstopfen des geöff-
neten Stichloches mittelst des Zusteckstangels erreicht wird; läuft
durch Versehen zu viel Schlacke ab, was sich sogleich an der Flamme
zu erkennen gibt, so muß wieder Weich aufgegeben werden, oder
wenn die abgestochene Schlacke ohnedies von gaarer Beschaffenheit ist,
kann man gleich einen Theil derselben aus der Sintergrube in
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen