Seite - 342 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Bild der Seite - 342 -
Text der Seite - 342 -
— 342 —
Stärke des Lauches und der Flamme hängt hauptsächlich von der
Stärke und Menge des Windes ab. Tritt demnach hier eine un-
erwartete Aenderung, eine Schwächung ein, so deutet dieses gewöhn»
lich auf ein Verlegen des Gßeisens durch Schlacke; es muß dem-
nach durchgcräumt werden, was mit dem RäumeissN dur,^ die Form,
oder bisweilen zweckmäßiger mit der kleinen Rennstange von der
Arbtilscite aus geschehen kann. Mitunter wird eine solche Schwä-
chung durch vorgefallene Zusahbrockcn, cder selbst durch einen los«
qcwerdenen und ;u Boden gelangten Flossenbrockcn veranlaßt, was
sich bei näherer Untersuchung sogleich zeigen muß, und worüber
uns das Weitere schon bekannt ist. Im geordneten Gange soll der
kauch abeö nicht bloß mit einer angemessenen Stärke, sondern zu-
gleich an den verschiedenen Stellen zwischen den Flossengarben mit
einer gewissen Gleichförmigkeit und mit lichten nicht zu großen
Schlackcnpcrlcn untermengt cmporgctrilbc» werden. Zeigt sich da-
her eine ungleiche Vcrtheilung des Lauches, bleibt er an einigen
Stellen beinahe aus, während er an einer andern in Menge hervor-
tritt, und wobei er oft mit großen lichten Schlackcnpcrlen und glü-
hender Lösche vermengt ist, so beweist dieses eine ungleiche Verthei-
lung der Garben oder bloß der Kohlen, oder es ist wirklich ein
schwerer Brocken vor die Form gefallen, was nach Obigem le cht zu
erkennen ist; durch ein Rütteln und Nichten an den Zangenschäf-
ten kann die gewünschte ^Gleichförmigkeit in der Vertheilung der
Garben und Kohlen hergestellt werden, dem vielleicht ein Nachschü-
ren und Aufgeben der Kohlen zu folgen hat. Bemerkt man bei die-
ser Gelegenheit, daß die Flossen mit einer zähen Schlackenhaut über-
zogen sind, nicht abrinnen wollen, was bei dem <3mportreibcn gro-
ßer Schlackcnpcrlcn an dcr betreffenden Stelle sehr oft eintritt, so
wird zwar in den meisten Fällen durch die mittelst des Rüttclns
bezweckte gleichförmigere Vertheilung daö Uebel gehoben, sollte eS
aber nichtzdcr Fall scun, so müßten die betreffenden Garben tiefer ge-
halten werden; und wenn sich die in Menge aufgctriebenen großen
Schlackcnperlcn nicht verlieren, was als Zeichen eines schlackigen
Ganges dient, so wird zum Schlackenabstechen geschritten, wobei
man jedoch gut thut, vorerst noch die Beschaffenheit des Bodens zu
Rathe zu ziehen. Ebenso wird das nöthige Rütteln der Zangen-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen