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Das Aufbrechen, Aufheben oder Ausstechen des Dachels ge-
schieht mittelst der großen Vrech- oder Dachclstange, und zwar zu-
erst an der vom Sintcrbleche und der Windseite gebildeten Ecke.
Dem Frischer kommen dabei noch zwei andere Arbeiter mit Haggeln
zu Hülfe, um ten Dachet mit der Ncinseite nach unten gekehrt auf
die Eßbank, und uon da entweder mittelst der Zulange, oder wenn
kein Zug vorhanden, mit einem untergestellten Karren zum Hammer
z'< bringen. Nach entferntem Dachet wird bei fortzusetzender Arbeit
sogleich zur Vorbereitung de6 Herdes für die nächste Dachelbildung
geschritten, wie wir dies im tz. 90 kennen gelernt haben.
ß. l>5. Nach dem Acusiern des Dachels kann mit vieler Si-
cherheit auf die innere Beschaffenheit desselben geschloffen werden.
Ein äußerlich gut geformter und gut aussehender Tachel wird nur
bn einem normalen Verlaufe des ganzen Frifchprczeffes gebildet, und
man kann daher mit Grund ein gutes Product erwarten; wenn da-
gegen irgend eine wesentliche Störung des Frischprozeffes vorgefallen
ist, erhalten sich stets mehr oder weniger Spuren davon, wenn gleich
der weitere Verlauf des Frischprozeffcs wieder ein geordneter war,
unv man wird daher ein theilweise ungleiches Product zu gewärti-
gen haben. Gin gut geformter Schwalldachcl sieht an der Reinfeitc,
bis auf einen kleinen Kranz vor der Ferm, voll und eben aus, und
hat eine lichte, rein metallische Farbe uon hell glühendem Eisen;
auf der untern Seite, mit welcher er am Schwallboden auflag, ist
er gleichfalls eben (aber nicht glatt) oder nur wenig convex, von
durchaus gleicher, heller, fettglänzcnder, nicht rein metallischer Farbe,
weil er laselbst mehr von Schlacke durchdrungen ist; endlich an den
Seiten herum bildet er den Abdruck von den Abbrändern, der jedoch
in den Ecken nicht scharf ist, und wegen der starkem Abkühlung
durch die Nbbrände sind diese Seiten am dunkelsten, und dabei wie
die untere Seile von Schlacke durchdrungen. Das »cm Schlacke durch-
drungene Aussehen pfiegt man haariges, und dieserwegen jene
Seiten, welche ein solches Aussehen haben, die Haarseiten des
Tachels zu nennen, zum Unterschiede von der Reinseite. Wodurch
an der Neinscite stark aufgebaute Dachel gebildet werden, und wel-
chen Nachtheil dieses nach sich zieht, wissen wir bereits; wenn aber
5er Dachel umgekehrt eine Mulde auf der Reinscite hat, so beweist
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen