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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 353 -
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— 353 — Massel einen Kolben herabmschmicden und abzuhauen, welcher in- zwischen von dem zweiten Schmied am fertigen Ende mit einer Zange gefaßt, und dann in derselben Hitze ausgereckt wird, nach- dem zuvor der Massel vom ersten Schmied in einen kleinern Kol- ben verwandelt worden ist. Durch diese und andere Aushülfe wird für den 3lusheizpro!,cß an Zeit gewonnen. Auch ist es nur bei zwei Schmiedcrn möglich, daß die Hitze von dem einen Feuer schon in Bereitschaft neben dcm Hammer gehalten, wahrend noch die Hitze vom andern Feuer unter dcm Hammer bearbeitet wird, und derge- stalt ter Hammer von einer Hitze zur andern oft nicht einen Augen« blick in Nuhc kommt. Dadurch werden die beiden Feuer beim Ab» schmieden gegenseitig viel weniger aufgehalten, als wenn bloß Ein Schmied vorhanden wäre, der überdies wegen zu großer Anstren- gung kaum im Stande wäre, die vielen Schmiedarbeitcn von bei- den Feuern zu verschen. Wenn Gin Schlag zwei Frischfeuer zu bedienen hat, wie die» ses bei der Hauptgewerkschaft durchweg der Fall ist, muß derselbe bei einem Gewichte von 500 Pfund und 18 bis 20 Zoll Hub, in der Minute wenigstens 120 Schlage machen können. Vci den Pri- vathammcrn in Oesterreich hat Ein Hammer oft nur Ein Frisch- fcuer zu bedienen, und dabei ist natürlich nur Ein Schmied vor- handen. In diesem Falle befindet sich dann gewöhnlich neben dem Frischfeuer ein eigenes, kleineres Wärmfeuer, welches zum Wär« mcn der Kolben gebraucht wird, die vom Frischfeuer auö erzeugt, aber nicht sogleich ausgcschmiedet werden; es wird sodann das Kol- benschmirdcn wahrend des Zerrennens am Flischfcucr vorgenommen. Allerdings dient diese Einrichtung, besonders wenn Reifeisen, Git- lcrcisen oder andere lange Stabcisensorten unter dem Frischhammer erzeugt werden sollen, zur Veförderung der Arbeit im Zcrrennfeucr; allein da diese Kolben schon vollkommen ausgehciztes Eisen sind, keine Schweiß- sondern nur Glühhitze noch verlangen, so läßt sich dieser Zweck durch einen Glühofen, welcher mittelst der Frischfeuer- überhitze bedient wird, eben so gut wie im Wannefcucr und ohne alles cigcne Brennmaterial erreichen, was an etlichen Orten wirtlich schon mit Vorcheil ausgeführt ist.
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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