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H. Y9. Die Resultate der Schwallarbeit, wie sie auf den
hauptgewcrlschaftlichen Hämmern, wo man so ziemlich am besten
arbeitet, ermngt werden, sind folgende: In einem Schwallhammer^
mit zwei Z-rrennftuern und dem dazu gehörigen Schlage werden bei
einfacher Besetzung mit 6 Mann in 16 bis 17 Stunden 10 Da-
chel gcmactt, und zu einem jeden 232 bis 235 Pfund Roheisen
vorgewogen. Die erzeugte Waare bestehet vorwaltend aus Nagclei-
sen, aus Zaggeln und aus Drahteisen. Jeder Stab muß uollkom«
mcn ganz >'eyn, und die Schmicdung ist zn ungefähr ''/4 Migen
ungeschlichttten Quadratstäbcn anzunehmen. Der Calo wird vom
Draht- un) Nageleiscn zu 15, vom übrigen Eisen zu 14 Procent
gerechnet, womit man jedenfalls auslangt, bisweilen '/« Procent
weniger braucht. Der Kohlenaufwand im Jahresdurchschnitt und nach
der Einlieierung der Kehlen, also einschließlich des Varncinriebes,
beträgt am 100 Pfund Erzeugung ^ bis 2 V« Inneibergcr Faß,
oder zwischen 23 und 25 Kubikfuß größtentheils Fichtentohlen; bei
einzelnen Proben mit vorgemesscnen Kohlen langt man jedoch mit
18 bis 20 Kubitfuß aus.
Die Resultate der Schwallarbeit, wie sie auf den meisten Pri-
vathämmcrn, besonders in Steiermart betrieben wird, sind wie die
Arbeit selbst ein Mittel zwischen der angeführten, der vollkommenen
Schwallarbeit, und jener der steiermärkischcn Löscharbcit, die wir
im Folgenden werden kennen lernen. Das erzeugte Eisen fällt här-
ter, der Eisenverlust etliche Procent kleiner, und der Kohlcnüerbrand
mehrere Kubitfuß großer aus; das Personale ist bei gleicher Feuer-
zahl kleiner, aber nahe in demselben Verhältnisse ist auch die Er-
zeugung geringer, mithin an Arbeitslohn wenig erspart.
» Die stcirische Löscharbeit.
ß. »» . Die steirische Loscharbeit, oder die Arbeit, das Fri,
schen am Löschboden ist die in Steiermart alt übliche Frischmethode,
und in diesem Lande noch zur Stunde von all' den verschiedenen
Frischarbeitcn die verbreitetste. Der Vau des Frischherdcs, welcher
uns bis auf die Formlage aus §. 74, wo von den gemauerten
Herden gehandelt wurde, vollkommen bekannt ist, weicht in der
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen