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Hauptsache von jenen Herden gar nicht ab, die man bereits ver
mehr als hundert Jahren zur Zeit der Stücköfcn zum Ausheilen
oder Zerrenncn der Halbmassen gebrauchte. Man kann ein solches
Löschfcuer, ohne am Mauerwerk das Mindeste zu ändern, zur Er-
zeugung von Stabeiscn oder Rohstahl, zum Hartzcrrennen des grauen
Roheisens, zum Aushenen, zum Zeugmachen und dergleichen mehr,
also zu sehr verschiedenen Dingen verwenden. Selbst die sogenann-
ten Ausheizfeuer für die Streckhämmer haben in Stciermark meist
ganz dieselbe Vauart, nur sind sie in allen Dimensionen etwas klei-
ner. Diese allgemeine Vrauchbarkeit ist aber kein wesentlicher Vor-
theil, der zu Gunsten dieser Herde spricht, im Gegentheil muß man
daraus schon vornweg urtheilen, daß ein Herd, welcher für so ver-
schiedene Zwecke gebraucht werten kann, unmöglich für jeden ein-
zelnen Zweck die entsprechendste Gestalt und Größe haben kaun.
Soll ein Lischfeuer zum Neichzcrrennen, d. l. zur Eisenarbeit
(zur Erzeugung von Stabeisen) verwendet weiden, so kann die Form
zwar verschiedene Größen und Lagen erhalten, indem kleine Abwei-
chungen fast auf jedem Werke im Vergleiche mit andern zu tref-
fen sind; doch dürften folgende Dimensionen für ordinäres Eisen
als entsprechend angeschen werden: Die Formmündung 19 bis 20
Linien weit und 15 bis 16 Linien hoch, oder 250 bis 270 Qua-
dratlinien Flächeninhalt, V« Zoll unlerfcilt, 6 Zoll Ueberlicgen, 10
bis l2 Grad Neigung, und mit dem Müntungeranüe 2 Zcll un-
«r dem Horizonte der Eßbank gelegen. Die Entfernung des ^orm-
mittcl« von der Wclfmauer 12 Zoll, vom Sinlerbleche 15 Zoll,
wenn die Formachsc rechtwinklig am Abbrande liegt; N'kNN über die
Form bei dem 30 Zoll langen Herde nach der von der Arbeit- und
Windseite gebildeten Ecke gerichtet ist, beträgt der Abstand von der
Wclfmaucr um 2 bis 3 Zoll weniger Die Düse am Formblatte
ganz austilgend, 6 Zoll von der Formmündung abstehend, dat eine
kreisrunde Mündung von 1? bis 18 Linien Durchmesser, oder 230
bis 250 Quadratlinien, daher gegen 20 Quadratlinim kleiner als
tie Formmündung. Vei dieser Windführung und cincl Herdgröße
von 27 Zoll Vreite, 30 Zoll «änge und 15 bis 18 Zcll Tiefe, wer-
den pe»- Dachcl 200 bis 250 Pfund Flossen eingeleimt. Wenn
es Absicht ist, hauptsächlich Draht- und Nägeleisen zu erzeugen, so
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen