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befindet, wenn die Arbeit von einem Dachet ohne Unterbrechung
zum nächsten fortgesetzt wird.
Stellen wir uns einen ganz neuen Frischherd vor, so ist das
Nächste die Ausfüllung des Herdes bis zur Formhöhe mit befeuch-
teter Lösche. Wenn man die Wahl hat, soll man zu dieser Aus«
füllung nur solche Lösche nehmen, die schon mehrmals im Feuer
war, folglich keine scharfkantigen Stückchen mehr enthält, und mit
zu Asche verbrannten Theilen, wie mit mehr oder weniger kleinen
Schlackentheilen «ermcngt ist. Diese Lösche ist unter übrigens glei-
chen Umständen «iel standhafter im Herde, wird nicht so schnell vom
Feuer verzehret, als das rohe Kohlentlein, welches man sich aus dem
Kohlenbarn durch das Ausreutem von den größer« Kehlenstücken
verschafft. Ist man jedoch gezwungen, sich der rohen Löscht zu be-
dienen, dann muß sie sehr start genäßt, und mit einem Staucher
im Herde recht fest gestampft werden, während man sich bei Ver-
wendung der alten Lösche begnügt bloß mit der Schaufel selbe im
Herde fester zu stauchen. In der solchergestalt eingebrachten Lösch-
masse wird hierauf mit der kleinen Kohlenschaufel oder der Schür»
schaufel vor der Form eine halbtugclförmige Grube von ungefähr
12 bis 15 Zoll Durchmesser und 6 bis 7 Zoll Tiefe gegraben, und
dessen Seitcnwänte mit der Schaufclstäche festgeschlagen. Die beim
Ausfasscn der Grube erhaltene Gosche wird rings um die Grube ver-
theilt, und auf der ArbeilseU« bis zur Wolfmauer, an der Wind-
seite ein 4 bis 8 Zoll hoyer Löschtranz gleichsam als Fortsetzung
der Hcrdgrube aufgeführt. Nach diesem wird der Herd etwas über
die Fermhöhe mit Kohlen gefüllt, ein brennender Span oder glü-
hende Kohlen vor die Form gebraut, die Massel eingehalten, das
Gebläse langsam angelassen, eer Löschtranz noch etwas erhöhet und
geordnet, über die Massel noch etliche Körbe Kohlen, und darauf
einige Schaufeln Weich aufgegeben. Hat man einen Herd zu An-
fang der eisten Wochenschicht für die Arbeit vorzubereiten, so pflegt
man dieses gern am Sonntag Abends schon vorzunehmen, damit
man bei Beginn der Arbeit, was ungefähr um 12 oder 1 Uhr in
der Nacht geschieht, nur nöthig hat ein glühendes Kohlenstückchen
durch das Eßeisen in den Herd zu bringen und das Gebläse anzu-
lassen. Das Zurichten des Herdes unterscheidet sich von tem vorhin
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen