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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 365 -
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— 365 — zerschlagene Schwallbrockcn) aufgesetzt. Hierauf wird der ganze Feu» erraum, so N'eit der erhöhte Löschtranz und die Wolfmauer es ge« statten, mit Kohlen gefüllt, und bei noch immer geschwächtem Winde dergestalt der Zerrennprozeß eingeleitet. In diesem Zustande sind nicht selten über zwei bis drei Vordernbcrgcr Faß Kohlen gleichzei« tig im Feuer, ein Quantum, welches aufgegeben wird, um die gro- ßen Flossenbrocken und den darüber befindlichen Zusatz gehörig an« zuwärmeu, hauptsächlich aber damit der während des Ausheizpro- zesses sehr angestrengte Heizer nun mehr Ruhe erhält. Daß hierbei ein« Menge Kohlen umsonst verbrennen, und das dagegen auf den meisten Orten angewandte Schleedern nur ein sehr unvollkommenes Schutzmittel ist, unterliegt keinem Zweifel. Die zuerst eingelegte Flossengarbe hat sich während der zwei« ten Hälfte des Ausheizprozesscs meist so weit erwärmt, daß in 10 bis 20 Minuten nach beendetem Ausheizen dieselbe anfängt lang- sam abzutropfen, was man durch deren Vorschieben und Niederlas- sen auf der einen, und durch ihr Zurückziehen und Aufdrücken auf der andern Seite zu regulircn im Stande ist, und womit man sich nach vollendetem Ausheizen nach Beschaffenheit des Schweißbodens richten muß. Das geschwächte Gebläse wird so lange beibehalten, bis der Zerrennboden die gehörige Höhe erreicht hat, und sich mit dem Räumeiscn fest und klebrig anfühlt, mithin die erste Neigung zur Dünneisenbildung sich kund gibt. Bleibt der Boden nach been- detem Abschmiedcn zu tief, so wird Sinter abgelassen (was in dieser Periode sehr gewöhnlich ist, da man beim Ausheizen gern ziemlich viel ßaft im Feuer hat, und nach dessen Beendigung das Heran- wachsen des Bodens wünscht), und ein Theil des Zusatzes von dem Satzbrockcn nach der Mitte des Feuers geschoben, um ihn cinzu- schmel-.en, wodurch der Noden hoch und gaar, folglich zur Dünn« eisenbildung geneigt wird. Am öftesten dauert der geschwächte Zu- stand des Windes nach dem Ausheizen '/< bis ^ Stunde, während welcher Zeit die zweite Flossengarbe ebenfalls bis nahe zum Ein- schmelzen erhitzt wird. Visweilen geschieht es jedoch, daß die anhal- tend tiefe Lage und rohe Beschaffenheit des Bodens erst nach län- gerer Zeit eine geringe Verstärkung des Windes gestattet, und man z um vollen Gebrauche des Gebläses durch den ganzen Zerrennprozeß
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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