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nicht gelangt. In diesem Falle wird man entweder sehr spät, oder
während der ganzen Periode nie, eine deutliche TünneisendilLung
erlangen, und ein mehr oder weniger hartes, theilweisc stahlartiges
Eisen gewärtigen müssen.
Nach vorgenommener Verstärkung des Windes erfolgt das Gin«
rennen der Flossen bei der Lcscharbeit oft eben so rasch wie bei der
Schwallarbeit, nur kostet es mehr Zeit und Kohlen, bis man zu
dieser Periode gelangt ' ) . Es gelten hierbei auch alle die Rücksich-
ten und Regel», welche wir im §. 93 zur Regulirung des Ganges
bei der Schwallarbeit kennen lernten. Wegen des weniger stechen-
den und gewohnlichen schwächer« Windes darf man bei der Lösch-
arbcit jedoch nicht erwarten, wenigstens in der Ncgel nicht, daß sich
das Dünneisen in solcher Menge einstellt, wie bei der Schwallarbcit;
häufiger tritt es bei der Löscharbeit gleichfalls dann ein, wenn man
behufs der Nagel- und Drahteisenerzeugung (siehe §. 99) eine mehr
geneigte Form anwendet. Die zweite auf die Schneide gestellte Flos-
sengarbe läßt man immer viel rascher einschmelzen als den nach der
Fläche gelegten Satzbrocken, theils weil die erstgenannte Garbe mehr
dem Winde ausgesetzt ist, indem sie sich gerade in und über dessen
Hanptbereich befindet, theils aber auch, damit man nach beendetem
Einschmelzen dieser Garbe im Feuer Platz gewinnt, den Satzbrockcn
so herum zu wenden, daß dessen Flossenstücke gleichfalls ln aufge-
kantete Lage kommen, um sie bis auf die letzten kleinen Neste aus
der Zange cinschmelzen zu können. Wir tonnen nicht unterlassen,
hier überhaupt zu bemerken, daß der Frischprozeß bei der Löschar-
beit beinahe im ganzen Lande mit wenig Aufmerksamkeit getrieben
wird. Man ist in der Negel schon mit einem Heizer zufrieden, wenn
er in der bestimmten Zeit ein beträchtliche« Quantum Flossen ein-
') D« m diesem Zustande der gerrennboben sich schon über die »an,e Herdfiache
>,, der ssewünschten Höhe a,!.,esi'yt haben must, so ,st laum M bezweifeln,
d,iss dl! «cm wciler» rcgc!,»>>ss,,,e„ Verläufe des Prozesses der eigentliche
Hedwallbodcn voll,«, ohne Wirsüng bleibt. Ei !»!ie sich »urch«uj nicht «n-
ochmcn, wie Manche glaube», oaß der HchwaMwden »on »ntcn bestand,,,
entkohlend auf den Dachel einwirket! »enn wie wäre es sonst möglich, daü
Vie GchwaNdachel «leich den übrigen fast immer «uf der untern Oeite, die
,» beständiger Nerührung mit dem Schwallbodcn bleibt, am wtmgsten «aar
.lusfall».
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen