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unter dem Hammer; übrigens gilt bezüglich des mehr oder weniger
Durchdrungenfeyns von Schlacke das bei den Schwalldacheln Vemertte.
Nicht selten «scheinen die kischdachel jedoch mit größer« oder klei-
nern rohen Durchschüssen, die dann beim Drücken und Breitendes
Dachels sich theilweise von der übrigen Masse trennen und abfallen.
Aus diesen Gründen fällt bei den Löschdacheln in der Regel ungleich
m»hr Weich ab, als bei den Schwalldacheln. Wenn aber der ge-
bildete Schwall schon durch längere Zeit im Frischherde zurückgeblie-
ben ist, so bekommt der Dachel auch auf der untern Seite das Aus-
sehen eines Schwalldachels, und man kann ihn dann nur noch an
den mehr abgerundeten und mehr ausgebreiteten Seitenrändern von
einem eigentlichen Schwalldachel unterscheiden. In so ferne die
kischdachel durchschnittlich von roherer Beschaffenheit sind als die
Schwalldachel, erscheinen erstere auf der Reinseite weniger aufge-
baut; denn ein starl aufgebauter Dachel kann, bei übrigens kün-
digen Arbeitern, nur bei hoch gefühltem Frischboden sich behaupten,
und dabei ist ein Gaargang nothwendig mit verbunden. Wenn da-
her ein start aufgebauter Dackel zugleich mit rohen Durchschüssen
erscheint, wie leider nicht selten zu sehen ist, so ist dieses ein hö-
herer Vewcis von einem sehr ungleich geführten Frischprozesse.
Der vom Frischfeuer mit der Reinseite nach unten gewandte,
auf den Amboß des Zerrennhammers gebrachte Dachel, zu welcher
tlcbertragung man sich in Steiermart allerorts ler Zi'gzange bedient,
wird daselbst vorerst unter mehrmaligem Wenden na>h beiden Seiten
des Amboßes gedrückt und gebreitet, dann in zwei Hälften geschro-
ten. Hiernach lommt l i l ll'lll Dllchelhnlfte wi.ed.ei i>! Derselben Lage
wie früher «uf den Ambcsi, wird abermals gedrückt «nd gebreitet,
und dann nochmals in zwei Masseln zerhauen; eler biswellen werden
aus einer Dach«lhälfte drei Masseln gemacht, in welchem Falle das
größer gelassene Stück nochmals in derselben Lage zum Schroten
auf den Amboß zurückgeheben wird. Die einzelnen Nasseln werden
auf einer im Boden befindlichen Eisenplatte überenander gelegt,
damit sie sich gegenseitig warm halten. Ganz in 'erselbcn Weise
»viid sodann di<e zweite Dachclhälfte in zwei oder dri Masseln zer-
schroten, und die erhalten«« Masseln zu den erstcrr gelegt. Nach
dicscm fclgt da-s Drücken der Massel, wobei zuerst dr beiden Ranft-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen