Seite - 377 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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man sich aüf mehreren Hämmern '.'eranlaßt sal), hauptsächlich nur
Omen Ariitcl von bestimmter Qualität des Eisens darzustellen, tiese
Aufgabe gar nicht cd?r schlecht erzweckt hat; dnhrr kommen die so
häufigen «lagen über die ungleiche, schlecht gefrischte StabeisencM-
lität in Fällen, lvo man nnr weiches Eisen haben will.
Bezüglich des Ausschmicdcns kann noch bemerkt werden, daß
man bei großen Artikeln den Massel oder Kolben nie in der ersten
Hitze gleich ausschmirdct, sondern zuerst blos. das Ganzmachen Ver
Hitze '.'crninnnt und nur wenig übcrschmiedet, »vorauf das Stück
sogleich wicdcr ins Feuer uirück gebracht wird, um ihm abermals
eine gelinde Schwcißhitzc zu ertheilen, in welcher sodann der Ham-
mer gleich mic vollem 3Aasscr in Betrieb gesetzt, und das Wcllen-
schmieden begonnen werden kann, während das Eisen noch Wciß-
glühhitze hat; ohne dieser Vorsicht würde es kaum möglich sei»,
Stücke mit 150 Pfund, wie die großen Reife u. dgl. in zwei Hi-
yen auszuschmieden. Gewöhnlich betrachten die steirischen Hammer-
schmiede das wiederholte Hitzgebcn als ihr bestes Mittel, ein nicht
gut ausgefrischtes Eisen zu ucrdesscrii, und meinen mit dieser Ver-
besserung ihr Möglichstes gethan zu haben. Allein so gewiß gute,
saftige Hitzen den äußern, »ngan^en oder rohen Stellen nachhelfen,
so gewiß ist auch, daß dieses nicht die geeignete Methode ist eilt
gleichförmiges Eisen danustcllcn, sondern nur eine gleichartige
Frischling zum Ziele führt. Nm durch Hitzen auch die innern Theile
wesentlich zu verbessern, müßte man ein förmliches Garben des
Siadeisens, wie beim Nohstahl, vornehmen.
lj. XV4 Ncnn bei der Löscharbeit blsß Ein Frischfeuer
«eihanlen ist, sind zur einfachen Vesctzung drei Mann, der Ham»
merschmied, Heizer und Wasscrgebcr erforderlich, die täglich 16
Stunden arbeiten, und 4 Dachcl erzeugen. Vei doppelter VesetzUng
müssen um zwei Mann mehr sein, und alle fünf erzeugt!» dann
in 24 Stunden 6 Dachel. Es ist jedoch ein seltener Fäll, daß
nur Ein Feuer vorhanden ist. In, der Regel hat Eilt Hammer-
schlag zwei Zerrcnnfeuer zu besorgen, und dann sind bei einfacher
Vcsetzung 4 Mann, der Hammerschmied, zwei Heizer und der Was-
sergeber erforderlich, die in lßstündigcr Schicht 8 Dachel erzeugen;
bei doppelter Besetzung sind zwei Mann mehr nöthig, der Nacht-
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen