Seite - 382 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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Blattet, ungefähr 120 Pfund im Gewichte, müssen s° eingelegt
werden, daß sie nicht bloß durch die Dauer des Ausheizprozesses.
während dem nichts davon eingeschmolzen wird, ihre Lage unverrückt
behalten, sondern auch bei dem darauf folgenden Zerrennprozeß durch
geeignetes Wuchten mit der großen Ncnnstange regelmäßig vorgerückt
werden kennen, ohne daß die einzelnen Theile davon abfallen, und
ungeschmolzen zu Voden gelangen. Man legt diese Vlattel zu dem
Ende in ein Packet von beiläufig 15 bis 20 Zoll Länge, 8 bis 10
Zoll Breite und gegen 6 Zoll Hohe zusammen, wobei alle kleinen
Stücke vermieden, und besonders zu Unterst gieße starte Stücke ge<
nommen werden, welche den darauf liegenden Theilen eine sichere Un<
terlage gewähren. Aus dieser Ursache dünkt es uns auch gerathener
zu seyn, wenn dieses Vlattclpacket in horizontaler, nicht in schiefer Lage
eingebettet wird, wie das auf vielen Hämmern geschieht; denn bei
letzterer Lage erhält das Packet ein weniger haltbares Nett, und beim
Verrücken desselben ist es kaum zu vermeiden, daß nicht viele kleine
Theile ungeschmolzen zu Voden kommen, woher es kömmt, daß der
Dachel (kärntnerisch Deul genannt) auf der Windseite oder Ria
meistens rohe Stellen zeigt. Natürlich muß dieses Nlattelpacket mit
seiner Breite, nicht mit der Länge, der Form zugewandt, eingelegt
werden. Hinter und zum Theil über den einzelnen Vlatteln wird der
Löschwall wieder hergestellt, dann zum Einhalten tcr zwei großen
Masseln geschritten, und endlich der Feucrraum mit sohlen gefüllt.
Betrachten wir das Zurichten dcs Herdes gleich nach ausge-
stochcncm Dcul, so zeigt sich als nächste Arbeit das Ausräumen
des Herdes bis auf den reinen Löschboden nieder, wobei man blest
zur Vermeidung der Hitze etliche Mahle mit Wasser »verkühlt. Die
ausgcfaßte Kohlcngluth wird einstweilen seitwärts, hauptsächlich auf
der Windseite, aufgehäuft, und die Schwallbrocken zu: vorhandenen
Schlackenstampfe geliefert. Nun zeigt sich, ob der köschbodcn erhöht
werden muß oder nicht, welcher im Normalgange 7 bis 8 Zoll un-
ter der Form sich befinden soll; eine Erniedrigung >esselben wird
wohl nicht leicht erforderlich seyn, da er ohnedies vol selbst immer
niederer wird; übrigens könnte ein zu arger Gaarcang bisweilen
doch Veranlassung dazu geben, was dann mit dec tl'inen Schaufel
schnell zu bewerkstelligen ist. Zur Erhöhung des Vo)ens nird tas
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen