Seite - 388 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Bild der Seite - 388 -
Text der Seite - 388 -
— 38» —
zu hindern; eben so weiden die oft in Menge abfallenden gaarcn
Eisenbrccken auf geeigneten Stellen des in Arbeit befindlichen Mas-
sels aufgelegt, um sie vom Hammer wieder an den Massel anschla-
gen und ankleben m lassen. Durch dieses Drücken und Recken wird
die höchstens, gemäß der Deulbreite, 2 Fuß lange Deulhälft« in
einen Massel von 3 Fuß und darüber verwandelt. Nach vollende-
tem Necken bringt man den Massel in parallele Lage mit dem Am-
boß, und zwar mit dem vorder» Masselende zwischen die hintern Am-
boß- und Hammerbahnlheile, um le« Massel an diesem Ende
durch das Einfallen des Hammers -mm Anfassen mit der Masscl-
zange geschickt zu machen. Hierauf wird der Massel mit der Hciz-
fange gefaßt, die Zangenschäfte mit dem Spannringe angezogen, und
dann erhält der Massel an dem angefaßten Ende, auf den von der
Zange freien Seiten nochmals unter dem Hammer einige Schläge,
damit die Zange recht fest haltet, «eil sie nicht allein bei zwei Hi-
tzen , sendcrn auch bei zweimaligem Schmieden unausgelassen fest
bleiben soll. Nach diesem endlich wird der gefaßte Massel mit dem
Zuge in tas mittlerweile wieder vorbereitete Fexer gebracht.
In gleicher Weise wie die erste Dculhälftc wird scdann Lie
inzwischen bei Seite gerückte Hälfte zu einem Massel gedrückt und
gereckt; und dann ebenfalls neben dem ersten Massel in den Herd
gelegt. Nach Beendigung dieser ganzen Arbeit unter dem Hammer,
die 15 bis 20 Minuten Zeit fordert, werden die Eiscnplatten und
das Weichbett beiderseits tcs Amboßes wieder fortgenommen, wodurch
der Amboß während des Abschmiedens elliche Zoll seiner Höhe frei
zu stehen kommt.
Es kann nickt !n Abrede gestellt werden, daß die B,arbeitung
des Deules nach kärntnerischer Art mehr Zeit fordert, unt unzweck-
mäßiger als die steirische und noch mehr als die österreichische ist.
?luf einigen nach kärntnerischer Art betriebenen Eisenhämmern hat
man deßhalb mehr oder weniger vollkommen die stcirischc Methode
des Schrottens und Masseltnickens eingeführt.
H. >VV Bezüglich der Schmiedung und des Sorurens des
Eisens haben wir hier nichts Vesonderes zu bemerken. Gleichwie das
Product dcr kärntnerischen Löscharbcit bei gutem Betriebe zunächst
mit jenem der Tchwallarbcit übereinstimmt, ebenso kömmt das Tor»
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen