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tire» de« ßisens mit jenem bei der Schwallarbeit villig überein.
Zeugcisen wird in Kärnten keines gemacht, denn es gibt dort keine
Zeugschmiedcn. Auch hartes Eisen wird in Kärntcn wenig gemacht,
wozu schcn die ganze Frischmethode nicht paßt, obschcn man sich mit
weniger start gebratenen Vlattcln dabei etwas behelfen kann; man
suclit und will unter dem kärntnerischen Eisen auf len Handelsplä-
tzen aber auch nirgends ein hartes Eisen, denn selbst in len gro-
ßen Radreifen (Splasen genannt), welche auf den Hämmern von
St. 2al?at°r besonders schin geschmiedet werden, ist ein N'ticht-
rcs Eisen als bei den steirischen Nadreifen enthalten.
Die Eintheilung oder Verlhcilung des Arbeitspcrsenals bei der
kärntnerischen Löscharbeit stimmt gan; mit der steirischcn überein.
So z. V. besteht die Vesctzung für zwei Frischfcuer und den dazu
gehörigen Hammcrschlag bei Hag- unV Nachtarbeit aus l, Meister,
l Schmicter, 3 Frischem und 2 Wassergcbern oder Kohlenlrägern.
In Bezahlung der Arbeiter findet jedoch der Unterschied Etatt, daß
der Zentncrlohn (eder Mcilerlohn, d. i. die Vczahlung für lN Zent-
ner, da in Kärntcn gewöhnlich nach Meilern gerechnet wird) und ti»
Victualien nicht bloß an den Meister verabfolgt werden, sondern an
jeden einzeln, blcß mit theilweiser Ausnahme dls Wasscrgebers, nach
Maßgabe seiner Kathegoric vertheilt wird, was zunächst burch den
Umstand herbeigeführt wurde, daß in Kärntcn die meisten Arbeiter
'.'trheircllhet sind. Tes letzter« Umstands wegen stellen sich die Ar-
bcitslöhnungen auch ziemlich gleich, obschon die Lcbensmittel in Käln»
len durchschnittlich billiger und die Arbeiter meist an schlechtere Kost
gewohnt sind, als im obern Theil der Tteiermart, wo sich lit mei»
sten Hammerwerke befinden.
Nie Größe der Erzeugung poi- Frischfeuer stellt sich in Kärn<
ttn gan; gleich ,nit jenem in Steiermart (siehe tz. 194). Nachdem
aber auf den täuntnerischen Eisenhämmern nur Weicheisen dargestellt
wird, sollte die Production etwas größer seyn, wie man auf jenen
stcirischcn Hämimcrn sieht, die hauptsächlich nur auf Welcheisen ar-
beiten; allein duirch das mehrere Ausheizen bei der kärntnerischen
Methode gleicht sich diese Differenz wieder nahe aus.
Der Kohleniuerbrauch stellt sich in Kärntcn ebenfalls jenem
in Sttiermark glleich; er beträgt nämlich rechnuüsssmäsng 20 bis 25
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen