Seite - 399 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Bild der Seite - 399 -
Text der Seite - 399 -
— 399 —
durch die nade zweistündige Dauer des Ausheizens keineö aufgesetzt,
es wäre denn, daß es ausnahmsweise zu gaar ginge. Wohl aber
wird das einzuschmelzende, gepochte Roheisen, per Dachel meist 1l0
Pfund, und das bestimmte Maß Hammersinter, gewöhnlich '/, bai-
nschcr Metzcn zu 1W Pfund Roheisen, während des Aushcizens
in den bestimmten Raum unter der Esse aufgeschüttet, gut durch-
einander gefaßt und mit Wasser begossen; diese Mcngung wird der
Satz genannt. Wie nun das Feuer von Hitzen leer geworden ist,
wird das Gebläse etwas geschwächt, die Form durchgeräumt, der
Löschkranz auf der Arbeitseite zu nahe 2 Fuß erhöht, an die Wolf-
mauer an der Windseite angeschlossen, Kohlen nachgeschüttet und
angeglichen, und zum Aufsetzen der ersten Noheisenparthie geschritten.
Vor dcm jedesmaligen Aufgeben eines Satzes werden zuoberst
die brennenden Kohlen im Feuer zusammengeschürt, dann etliche
Schaufel voll frische Kohlen nachgetragen, worauf der Satz gestreut
und sodann mit Wasser begossen wird, was jedesmal auch mit dem
noch verbliebenen Neste des Satzes geschieht, um ihn beständig feucht
zu erhalten. Durch dieses beständige Vegicßen mit Wasser wird das
vorzeitige Durchrollen des Satzes zwischen den Kohlen verhindert,
und ein gaarercr Gang herbeigeführt. Die Zeit von einem Satz
zum folgenden ist beiläufig 8 oder 12 Minuten, und' muß sich
nebst dem Gewichte Eines Satzes, das meist 15 bis 20 Pfund be-
trägt, nach dem Gange des Feuers richten; es geschieht dabei öf-
ters, daß man vom Satze abbricht und dafür bloß Sinter oder ge-
pochte gaare Frischschlacke zusetzt, wenn ein zu besorgender Noh-
glMg ticS räthlich macht, ja bei starkem Rohgange weiden oft bloß
Kohlen ohne allen Roheiseneinsatz aufgegeben. Für gewöhnlich wird
der Satz gleichmäßig über die Kohlen vertheilt, und nur dann hie-
von abgewichen, wenn eine ungleiche Beschaffenheit des Bodens
darauf hinweist. So wie bei der steirischen Löscharbcit das Einschmel-
zen der Flossen aus den Garben im Beginne des Zerrennens lang-
samer als später geschieht, ebenso müssen bei der Sintcrarbcit die
ersten Sätze leichter und weiter von einander entfernt seyn, als
die folgenden; überdies sucht man die etwas großem Noheiscntör-
ner des Satzes i» der erstcrn Periode dts Zerrenncns nach Thun-
lichteit zurück zu halten, weil sie in der spätern Periode, wo der
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen