Seite - 401 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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ß. R < 5 Das ganze Arbeitspersonale am Grkdiger Hammer
bestand aus 5 Mann, dem Meister, Heizer und Wassergcbcr als
den Arbeitern für den eigentlichen Frischprczcß und den damit ver-
bundenen mechanischen Bearbeitungen des Eisens, und zu diesen
noch der Strecker mit seinen Außerheizer, die zugleich das Rohei-
senpochen besorgten. Der Meister und Heizer waren nach der Menge
des gefertigten Stabeisens bezahlt, und zwar der Meister mit 35
und der Heizer mit 28'/, Kreuzer CM. per Saum zu 250 Pfund,
die übrigen Arbeiter hatten Wochenlohn von 2 bis 2'/« Gulden. Au-
ßer dieser Vezahlung erhielten noch der Meister und Heizer zusam-
men für jeden Saum Uebertheuerung 2'/? Gulden CM., der Koh-
lenverbrauch war jedoch ungebunden. Die Abrechnung der Leute ge-
schah in Raitungcn von 4 bis 5 Wochen. Für eine solche Raitung
erhielt der Meister angewogen: >
96 Ztr. Flossen, 25 Ztr. altes Eisen und bei 50 gegupfte
bairische Mchen Sinter, oder
100 Ztr. Flossen, 24 Ztr. altes Eisen und bei 32 gegupfte
bairische Metzen Sinter, oder
114 Ztr. Flossen, 10 Ztr. altes Eisen und bei 32 gegupfte
bairische Metzen Sinter,
je nachdem mehr oder weniger Faßreife, ein Hauptartitel
dieser Hütte, zu machen waren, weil man gesunden hat, daß durch
einen vermehrten Zusatz von altem Eisen das dargestellte Stabeisen
viel zäher ausfiel, wogegen durch vermehrten Sintcrzusatz nur die
Weichheit, aber nicht die Zähigkeit vermehrt wurde. Aus dieser An-
wage hatte der Meister 50 Saum, d. i. 125 Zentner Strcckciscn
zu stellen, stellte jedoch 1 bis 2 Zentner mehr. Täglich wurden
4 Rennen in ungefähr 14 Stunden, Samstag aber nur 2, mithin
iu der ganzen Woche 22 Nennen gemacht, und daraus gegen 30
Zentner Strcckeiscn dargestellt.
Der Kohlcnaufwand p«r Saum Streckeisen ergab sich rech«
nungsmäßig nach der Kohleinliefcrung, also sammt Ginlieferungs«
abgang und Einricb zu 6 Sack » 25 V2 Kubitfuß, wovon 5 Sack
für das Frischfcucr und I Sack für das Streck- und Pochfeucr
gerechnet werden. Demgemäß tämcn auf 100 Pfund Stabeisen über
60 Kubitfuß Kohlen; allein bei vorgemessenen Kohlen langt man
am Flischfeuer mit 40 bis 45 Kubitfuß aus, und taö Glühe« des
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen