Seite - 407 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Bild der Seite - 407 -
Text der Seite - 407 -
schaffenhcit des Roheisens dadurch, daß man bei vorhandener Aus-
wahl das sehr frische, ganz graue Noheisen mit minder frischem,
mehr oder weniger halbirtem gleichzeitig einschmelzt, wodurch die
gegenseitigen Fehler in diesen Roheiscngattungcn sich etwas aus«
gleichen, und mehr Gleichmäßigkeit in den erzeugten Hartzcrrennen
erzielt wird. Ferner gibt man zu den frischen Flossen, wenn diese
allein für sich hartzcrrennt werden, mehr gaarcnte Zuschläge, und
schmelzt dieselben langsamer ein, um der gaarenden Wirkung des
Windes mehr Zeit zu «erschaffen. Endlich ist ein auch bezüglich
des Kohlen- und Zeitaufwandes sehr zu empfehlendes Mittel, daß
man die Herdgrube mit dem einschmelzcnden Roheisen möglichst
voll macht, indem man einen oder mehrere Schlackenabstiche bei
den obersten Sinterlöchcrn vornimmt, wenn das Andringen der
Schlacke vor der Form dies nothwendig macht; denn je mehr sich
das Mctallbad der Formmündung nähert, desto mehr muß dasselbe
die Wirkung des Wintstromes bei ««geänderter Formlage erfahren,
nur darf man nicht damit zu weit gehen, weil sonst die Form durch
das flüssige Eisen gefährdet würde. Daß in dieser Beziehung eine
vermehrte Formneigung gleichfalls wirksamer seyn muß, erhellet
aus §. 82, an welchem Orte zugleich die dicsfälligen Gränzen er-
örtert worden sind.
Am zweckmäßigsten würde jedoch das Hartzcrrenncn in gewöhn»
lichen Herden dann ausgeführt werden, wenn man das Ginschmel-
zen des Roheisens mit einer entsprechenden Menge gaarer Zuschläge
möglichst rasch betreiben, und so lange fortsetzen möchte, bis die
Herlgrube auf 1'/,2 bis 2 Zcll unter die Form gefüllt ist, dann
aber die Wirkung des Windes noch anhalten ließe, bis das einge«
schmolzcne Eisen den gewünschten Grad der Gaare erlangt hat. In
Ermanglung gaarer Zuschläge» die bei vorhandenen Frischfcuern
aber gewöhnlich zur Genüge geboten sind, kann man sich mit Vor-
theil eines Zusatzes reicher, reiner Eisenerze bedienen, wenn diese
zu billigen Preisen zu haben sind. Ilm tcn gewünschten Grad der
Gaare zu erzielen, sind die gaarcn Zuschläge zwar durchaus nicht
nöthig, weil man durch den vermehrten Einfluß des Windes den«
selben, und mit Vortheil für die Qualität des Eisens, erreichen kann,
allein man bringt gerne etwas gaare Zuschläge an, weil dadurch
2?
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen