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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 408 -
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— 408 — der <5alo vermindert, ja selbst ein Zugang erzweckt werden kann, wenn viel und reiche Zuschläge verwendet werden. Ilm den obwal- tenden Grad der Gaare des Eisens im Herde zu erkennen, findet man bei gehöriger Volle des Herdes unmittelbar im Aussehen des Mctallbades, welches durch die Formmündung bequem zu beobachten ist, das nöthige Anhalten, indem dasselbe mit einer um so Hellern Farbe erscheint, und um so mehr Funken zu sprühen beginnt, je aaarer es geworden ist; überdies kann man sich mit einem leichten Spieße von der Ccnsistenz des Eisens im Herde überzeugen, die bei weit vorgeschrittener Gaare schon wahrnehmbar wird, ohne daß ein sonstiges Zeichen eines kalten Ganges vorhanden ist; und end- lich gewährt selbst das Aussehen der Schlackenbelegung an dem aus der Herdgrube gezogenen Spieß, welche mit der vorrückenden Gaare ohne sonstiger Aenderung gleichfalls ein gaareres Aussehen erlangt, einiges Anhalten. Gute, weiche Hartzerrennböden erscheinen an der obern Seite ziemlich glatt, auf der untern zwar ebenfalls mit glatter Oberfläche, die jedoch mehrere runde Vertiefungen hat. Ein ganz rauhes, regel- loses Aeußeres der Boden deutet auf zu große Unflüssigkeit derselben, und diese lassen sich, wie die gekrausten Vordernberger Flossen, nicht gut verarbeiten. Sie sollen ferner V« bis 1 Zoll ungefähr dick und von solchem Aussehen an der Äruchftäche seyn wie die tleinlucki- gen Flossen von Vordernberg; ja man findet Hartzerrennbödcn, bei denen die silberweiße Farbe schöner als bei den genannten Flossen hervortritt. Zur Stahlarbeit sollen die Vöden etwas frischer und härter aussehen, eine strahlige Vruchfläche mit wenigen Poren zeigen, welche den strahligen bis großluckigen Flossen von Vordernberg und Ei» senerz entsprechen. Die Bedienung eines gewöhnlichen Hartzerrennftuers kann sehr leicht Ein Mann, Hartrcnncr genannt, besorgen; nur beim Her» zuschasscn des Roheisens, wenn dieses in schweren Stücken oder Gänzen vorkömmt, wie beim Vodcnheben nach vollbrachter Nenn, soll derselbe einen Gehülfen haben, obschon es nicht absolut nothwendig ist. Die Bezahlung des Hartrenners geschieht in Wochenlohn, oder besser per Zentner erzeugter Hartzerrennböden, wofür er 2 bis 3 Kreuzer CM. erhält. Eine Hartrenn mit b Zentner dauert gewöhnlich 3 bis 3'/«
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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