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Stunden, und ;um Abräumen des Herdes, zum Vodenheben und
neuen Zurichten des Herdes sind bei '/, bis ^ Stunden erforder-
lich. Man kann deßhalb rechnen, daß alle 4 Stunden ü Zentner
Hartrennen erzeugt werden. Wenn man weniger als 5 Zentner z»er
Nenn einschmclzt, ist die Zeit zwar kurzer, aber nicht im Verhältnisse
des kleinern Gewichts, so zwar daß bcim Rennen mit 3'/, bis 4
Zentner auf 4 Stunden berechnet, kaum mehr als 4 Zentner kom-
men; und bei größern Rennen mit 6'/, bis 7 Zentnern kommen
auf 4 Stunden Arbeitszeit nahe 6 Zentner.
Wird daö H«rt;crrenncn ohne andere Zuschläge, als bei die»
ser Operation selbst abfallen, vorgenommen, so beträgt der Calo 5
bis 7 Procent, wobei jedoch vorausgesetzt wird, daß man nicht etwa
aus UnVoisichtigteit mechanisch in den Schlacken enthaltenes Eisen
mit fortwirft. Durch angewandte Zuschläge, wie bereits angeführt,
kann nicht nur kein Calo, sondern selbst ein Mehrgewicht an Hart«
renn entstehen. Der Kohlcnverbrand wird durchschnittlich zu 1 Vor«
ternberger Faß, oder nahe 8 Kubitfuß, per 100 Pfund Hartrenn
gerechnet, womit man bei der landesüblichen Unwirthschaft mit den
Kohlen, bei den kleinen Rennen zu 3^ bis 4 Zentner nicht mehr
auslangt. Durch Anwendung des erhitzten Windes wird beim Hart-
zerrenne» nur in so weit etwas erspart, als man auf den Grad
ler Entkchlung in dem erzeugten Producte keine Rücksicht nimmt;
wird dieser jedoch mit berücksichtiget, dann scheint hierdurch nichts
gewonnen zu seyn, weil die Enttchlung bei erhitztem Winde ent-
schieden langsamer wie bei kalter Luft geht, obschon das Einschmel-
zen des Roheisens bei heißer Luft schneller erfolgt.
H. »>8 Eine sehr ausgedehnte Anwendung hat das Naffi-
ni«n des Roheisens in England erhalten, weil das dortige Nohei»
sen durchaus mit Steinkohlen aus den Erzen erzeugt, viel unrei»
ner als das unsrige ist. Erst durch das Naffiniren des Steinkohlen-
loheisens ist es bei der ersten Anwendung des Puddlingprozcsscs
möglich geworden, ein brauchbares Stabciscn darzustellen, obschon
man gegenwärtig den Puddlingprozcß selbst so weit vervollkommt
hat, daß in neuester Zeit das Rafsiniren oder Weißmachcn des Roh-
eisens wieder großen Theils beseitiget werden tonnte. Man nennt
das raffinirte Roheisen in England Feinmetall oder Feineisen, und
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen