Seite - 412 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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bare Vodcn derselben ist ohnedies auf das Einfachste hergestellt;
zu den Scitenwänden kann man sich zwar gleichfalls der feuer«
festen Steine oder Ziegel bedienen, allein sie werden von der
Schlacke, welche über dem Eisen schwimmend in anhaltender
Berührung mit demselben bleibt, sehr stark angegriffen, und sind
deßhalb nicht dauerhaft; eher zulässig sind gewöhnliche 4 bis 5
Zoll dicke Eisenplatten, welche man auf der äußern Seite groß»
tentheils frei stehen läßt, damit sie von der äußern kalten Luft
abgekühlt werden; allein sie gewähren doch nicht »olle Sicherheit
wie die hohlen Platten, welche durch circulirendes Wasser oder
durch Wind gekühlt werden.
. Der wesentliche Vortheil, welcher durch das Ablassen des raffinii-
ten Eisens bezweckt wird, ohne durch das Vodenheben im Herde
selbst diesen abzukühlen und den ganzen Prozeß auf längere
Zeit zu unterbrechen, ist zu einleuchtend, als daß es nöthig
wäre das Gute hiervon erst nachzuweisen. Die Idee hierzu ist
auch so nahe liegend, daß selbes schon vor langer Zeit bei uns
theilweise versucht wurde *). Es gehört einige Sachkenntniß
dazu, um das Oeffnen des Stichlochs für die Dauer mit Leich-
tigkeit bezwecken zu können. Tie erste nothwendige Bedingung
dafür ist eine solche Herdstellung und Windführung, daß man
einen hitzigen Gang bezweckt, wie sie »^ d. angegeben wurden.
Ferner muß man den Herd mit flüssigem Roheisen gehörig
voll machen tonnen, ohne daß deßhalb der Grad der Gaare des
Eisens zu weit vorschreitet, denn die ersten Parthien des Eisens
im leer und kühl gewesenen Herde können nie hitzig genug ver-
bleiben. Weilers soll man den ersten Abstich absichtlich etwas
frischer halten, wenn gleich das davon kommende Feineisen
noch etwas zu unrein ist; bei den folgenden Abstichen ist dann
der Herd und die Stichöffnung schon mehr erwärmt, mithin
ein Anlegen von erstarrtem Eisen »or der Stichöffnung selbst
bei mehr gaarem Eisen weniger zu besorgen. Endlich muß
') Der Verfasser hat diese Methode schon ror ll! Iahrcn auf Ven Eisenhütten zu
Franeschach >» Karnten >„ Anwendung geblacht; allein üec lazu rer-
wenlcee HerL war nicht s, zweckmäßig gebaut «>e l>e cugllschc» Ftincifcu:
fcucr, unl» >» Folge »essen traten öftere Störungen ein.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen