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man immer trachten nach dem Oeffnen des Stichlcches die
Eiscnansätze thunlichst wegzustoßen, und vor dem Verstopfen
desselben mit Lehm, Kohlenstüb und Torf oder Rase» hinein-
geben, und den Thonpfropfen nur die äußerste Lage der Ver-
stopfung bilden lassen; auch ist es gut, wenn man vor Vcginn
des Einschmelzens auf der Innenseite ter Stichcffnung immer
etwas Kohlenstüb hinunter macht. Vei Beobachtung dieser
Vorsichten wird man mit dem Ocffnen des Slichlochcs nie
einen Anstand habcn.
Das abgestochene Feineisen kann man in eine aus Sand ode^
Kohlenstüb geschlagene Grube laufen lassen, wenn man aus irgend
einem Grunde wie aus der Herdgrube Hartzerrennbodcn abheben
will. Für die meisten Fälle dürfte es jedoch besser seyn, wenn man
das Feinciscn nach dem Veispiele des englischen Verfahrens in guß-
eiserne Flossenformcn laufen läßt, die man zuvor mit Thon- oder
Kaltwasser überstreicht.
Das erste Hartzerrcnnfeuer nach diesen den englischen Feinei«
scnfeuern entnommenen Grundsätzen ist bei uns vor 5 Jahren in
Niederwölz auf Veranlassung des Verfassers gebaut worden, und
befindet sich seither in gutem Verriebe. Dieser Herd ist mit zwei
gewöhnlichen kupfernen Eßfonncm versehen, weil hierbei nicht so
häufige Vcrührungen derselben mit der Schlacke und selbst mit Ei-
sen eintreten, als bei den englischen Fcinciscnfeuern, die dicsenvegcn
schmiedeiftrne Wasserformen habcn. Die halbrunden Formmündun-
gen sind "/; Zoll weit und ^ Zoll hoch; das Ncberliegen beträgt
6 Zoll und die Neigung 15 Grad. Die kreisförmigen Düseniffnun-
gen haben ^ Zoll Durchmesser und liegen zur bessern Abkühlung
der Form 7 Zoll zurück ; die Windpressung bei den Düsen ist gc»
gen 18 Zoll Wassersäule. Neide Formen sind von einander 9'/«Z°ll,
und jede ist von der entsprechenden Seitcnwand des Herdes l 1 Zoll
entfernt, woraus sich die Herdbreite zu nahe 32 Zoll ergibt, wäh«
«nd dessen Länge 36 Zoll beträgt. Die Tiefe des Herdes vom
Formblatte zum Sandboden hat 9 bis 10 Zoll, von der Eßbank
nieder aber um 7 Zoll mehr. Das Stichloch hat 4 und 5 Zoll.
Das Feuer ist geschlossen und mit einem einfachen Vorglühherde
versehen. Eine nähere Beschreibung dieses Feuers und der Arbeit
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen