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Vratcn zwar noch mit Erfolg ausgeführt werden, aber es gehet
schon schwierig, bei noch größerer Dicke ist ein guter Erfolg, wenig'
stcuö bei der üblichen Vratmethote, kaum mehr zu erlangen.
Vergleichen wir das Product des Vratprozesses mit jenem des
HartzerrennenS, so finden wir, daß ersteres aus drei wesentlich verschie-
denen Lagen bestehet, dem Glühspan, dem geschmeidigen Eisen und
dem grauen Roheisen, wovon wieder jede dieser Lagen in sich gleich-
falls noch mehr oder »veniger verschieden ist, indem die äußern
Parthicn derselben die Platz genommene Umwandlung mehr als
die innern erlitten zu haben scheine»; bei letztcrem hingegen sehen
wir zwei verschiedene Dinges die Schlacke und das raffinirte Roh-
eisen, wovon wieder »in jedes in seiner ganzen Masse als völlig
gleich zu betrachten ist, wie dies der flüssige Zustand in dem sich
beide befanden, mit sich bringt. Ein weiterer Unterschied in dem
Erfolge beider Prozesse, den man zwar nicht so deutlich mit den
Augen sehen lann, aber aus den Statt gehabten Vorgängen noth-
wendig annehmen muß, bestehet in dem, daß bei dem gebratenen
Eisen nur der orydirte Kohlengehalt wirtlich abgeschieden, die übri-
gen fremden Bestandtheile des Eisens aber, selbst in so fern sie
orydirt worden sind, als nicht flüchtige Oxydate im veränderten Roh-
eisen zurück bleiben müssen, wogegen dieselben bei dem hartzerrenn-
ten Eisen in die Schlacke geführt worden sind. Wir ersehen hier-
aus, daß das Haitzeirennen ein vollkommenerer Neinigungsprozeß
des Roheisens ist als das Braten desselben, daher letzteres nur bei
jenem Roheisen ein zulängliches Vorfrischen bewirken kann, bei dem
ts für den folgenden Frischvrozeß schon genügend ist, wenn nur der
Kohlengehalt des Roheisens eine beträchtliche Verminderung ersah«
ren hat.
ß. l H » . Das Vlattelbraten wird in Kärnten auf eigenen
Herden, den Vrath erden, vorgenommen, und trotz der großen
Einfachheit desselben in der Regel mit viel zu wenig Umsicht be-
trieben. Der Vratherd besteht aus einer ebenen Fläche, die aus
thomgcm Matcriale, etliche Zoll über der Hütlensohle erhöht, ziem»
lich lufld icht hergestellt, und in der Mitte mit einem Luftkanal ver-
sehen wind. Eine Seite dieser Herbstliche muß jedenfalls ganz frei
seyn, damüt das Ginsetzen und Ausnehmen des Vratens bequem
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen