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schmelzen geschieht zwar auch das Ausheiln d« Massel oder Schir«
bel; wir wollen indessen vorlaufig darauf keine Rücksicht nehmen,
nur das Nohciscncinschmelzen und für sich dann im §. 129 den
Ausheizprozeß betrachten, was wir ganz wohl thun können, da der
Ausheizpro:eß keincn unzertrennlichen Einstuß auf das Einschmelzen
des Roheisens hat, und z. V. bei der englischen Wallonschmiede,
die übrigens ganz der deutschen Frischmethode angehört, wirklich
ganz davon getrennt ist.
Sogleich nach ausgestochener Luppe wird der Herd wieder zum
Roheiscminschmelzen vorbereitet. Zu dem Ende werden die rückge-
bliebcnen Schlackenansätze aufgebrochen, was zuerst am Wind« und
Hinterzacken, dann um die Form und den Hinterzacken geschieht;
an der Lösche des Vorherdes bleibt selten ein Ansatz zurück. Alle
losen Stücke werden in die Mitte des Herdes geschafft, eine Schau-
fel voll Kohlen aufgegeben, das Gebläse angelassen, die Roheisen-
stücke aus dem Vcrglühhcrde herunter gezogen, im Herde geordnet,
dann wieder etliche Schaufeln voll Kohlen darauf gegeben und nach
Maßgabe tcs letzten Feucrganges und dem Luppcnaussehen, wie
nach Beschaffenheit des Roheisens, von der mittlerweile beim Lup«
pcndrücken abgefallenen Stockschlacke meht oder weniger nachgetra-
gen. Tamil beim Herunterziehen der Ncheisenstücke (welche bei /^<
Schuh breit, 1'/,^ Schuh lang und 1'/« bis 2'/, Zoll dick sind)
aus dem Vorglühherde nicht etwa di« Form beschädigt werde, wird
selbe durch eine querüber gelegte Brechstange vor den Herabfallenten
Stücken geschützt. Das Ordnen dieser glühend aus dem Vorglüh,
helle kommenden Roheisenstücken bestehet darin, daß sie mit einer
ihrer längern Seiten knapp an dem Windzacken übereinander gelegt
wcrtcn, wodurch vor der Form bei 1V bis 12 Zoll freier Raum
zum Auöheizcn der Schirbeln bleibt; vom gußeisernen Frischbcden
mag das unterste Nohcisenstück durch eine 5 bis 6 Zoll hohe Lage
von kleinern Kohlen und Schlacken getrennt seyn.
Bezüglich der Stcckschlackenmcnge, welche nachzutragen ist, oder
überhaupt der Schlackenmenge, Lie sich im Beginn des Roheisene,«'
schmclzens im Herde befinden soll, ist Folgendes zu beachten:
Je trockner und roher der Fcuergang bei der ausgcstochcncn
Luppe war, und je rohschmelzender das eingesetzte Roheisen zu seyn
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen