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zuwenden, weil sich am Vodcn ftüssiges Eisen befindet, und selbst
die vom Winde aufgetriebene Schlacke ist von roherer Beschaffen-
heit; überdies ist man zur Verzögerung des Noheiseneinschmelzens
oft gcnöthigct, den Wind mehr zu schwächen, als dem Ausheizen
gerade zuträglich ist. Es kann daher bei diesem Aushcizen jene Ver«
besserung in der Qualität des Eisens, welche bei der Einmalschmel-
zerei unverkennbar ist, nicht eintreten, wie das Aussehen der Hitzen
und ihr Verhalten unter dem Hammer in der That nachweisen,
und es würde die Veschaffenheit dieses unvollkommener ausgeheiz«
tcn Stabeisens ungleich schlechter als jenes bei der Ginmalschmel»
zerei ausfallen müssen, wenn es nicht schon beim Niedcrschmelzcn
zur Luppe eine viel gleichmäßigere und hoher getriebene Gaare be»
sil-cn würde ' ) .
Bezüglich des Erkennens der Hitzen, des Herausnchmens, der
Vermeidung des Sengcns, und der Nachhülfe bei ungamcm odec
schaligem Eisen gilt übrigens das, was schon bei der Einmalschmel-
zcrci angeführt worden ist.
ß. 13 R Das Arbeitpersonale bei Einem Kleinfrischfeuer
und dem dazu gehörigen Hammerschlage bestehet bei einfacher Ve-
') Man lann sich von diesem auffallenden Unterschiede sehr leicht dadurch factisch
überzeugen, wenn man !>ei unserer Hart» undiWeichzerrennarbcit die 2Nas>
sel am Hartzerrennfeucr ausbeizen lasst, wie ich es in der That schon »«
»: Jahren versuchte. Ich hal>c dadurch ,,er Zentner Ztabeiscn beinahe «Ku-
diffuli Kohlen erspart, dagegen aber den Va!» um » Proccnt vermehrt, un»
c!n mehr unganzes Stabe,scn erhalten.
Als Beweis aus 5er Erfahrung im Grosjen, welchen Einfluss auf den
Aushcizvrozes, das «leichzeing not vorqenomnienc Voheisencinschmclzc» hat,
lann h,er zu dcn bereits <m > >>^ berührten Thatsache» n»ch der Umstan»
«ufsscführ« werden, dass man i» Schweden schon s«>t unangcblichcn Zeile»
vic deutsche Frischmcthode not dcni gleichzeitigen Roheisencinschmclzcn un»
Ausheizc», neben der WaUonschmicdc »die be,de Prozesse getrennt !>at) betreibt,
und durch den bedeutend kleinern K'.'hlenauf,v>m» bei der erster» Methode
aufgefordert, zu wiederholte» Malen versucht hat, diese anstatt der lüallon-
schmiede zu betreiben. Der Erfolg hat icdoch immer ssezeigt, »aß nur be> dem
«,etre»ntcn Aushcizprozesse nner dichte u»V ganze Zustand des H«de>scns mit
genügender Sicherheit erlangt w,rd, welcher dem schwedischen Siabeisen «uf
dem englischen Martte den ersten ?luf behauptet. D>e dort lehr verbreitete
un» mitunter sehr vollkommen betriebene deutsche Frischmethode wird deß,
halb nur bei Darstellung der ordinären Stabeisenqualitat angewendet, wah-
rend lie vorzüglichern Sorten alle durch Lie Wallonschmiedc erzeugt »erde».
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen