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Ondlich »ach beendetem Ausheizcn, was selten über 2 Stunden,
vom Anfange gerechnet, dauert, wird die zweite inzwischen schon zur
uilligcn Glühhitze gebrachte Garbe in aufgekanteter Lage vor der
Form eingehalten. Auf einigen hauptgcwertschaftlichcn Stahlhäm-
«>ern fstegt man jedoch das ganze Nohciscnquantum in die erste
Garbe -u nehmen, und neben dieser großen Garbe bloß immer zwei
Massel zum Ausheizen einzuhalten. Tadui-ch wird der Aushcizpro-
zcß mel>i in die Länge gezogen, was man, im Falle zwei Stahl-
fcuer nur Einen Hammcrschlag haben, dieser überdies nicht gut
gehet, eder ziemlich klein ausgeschmiedet werden soll, sogar absicht-
lich thun muß, und dann ist bald nach beendetem Ausheizcn auch
der Zerrennprozcß beendet. Wenn aber eine solche gegenseitige Hem-
mung tes Ausheizens bei zwei Feuern nicht zu besorgen ist, dann
wird es jedenfalls vortheilhaft seyn, wenn man den Aushcizvrozeß
möglichst beschleuniget und eine zweite Garbe einlegt, durch deren
Einschmelzen, gerad« vor der Form, man es in seine Macht be-
kömmt, den an dieser Stelle wahrend des Ausheizens gern etwas
zu hoch gewordenen Voden wieder nicderzutreiben; denn bei einer
einzigen Garbe geschieht es öfters, daß man selbe wegen zu roher
Beschaffenheit des Bodens an der Windseite nicht mehr verrücken
darf, obschon die gaarere Vcschaffenheit des Bodens unter der Form
dies gestatten, vielleicht sogar verlangen würde.
Vei der gewerkschaftlichen Methode wird die erste Flossengarbe
erst dann eingelegt, wenn nur mehr zwei Massel im Feuer sind,
was indessen gewöhnlich schon nach Verlauf von einer Stunde ge-
schieht, weil man weniger und größere Massel hat, und aus den
Masseln nicht gleich die Stahlstangen, sonder» vorerst nur kleine
Kolben auszuschmieden pflegt, die wenigstens einstweilen bei Seite
gelegt werden. Je nachdem diese bei Seite gelegten Kolben im Stahl«
feuer selbst ausgeheizt werden sollen, oder dieses in einem eigenen
Aushcizfeuer bei einem kleinern Hammer vorgenommen wird, läßt
man es bei dieser Einen Garbe bewenden, oder bringt nach been-
detem Ausheizen der Massel auf der Arbeitseite eine zweite Garbe
an, in welchem Falle die erstere etwas leichter von Gewicht ge-
nommen wird. Im erster« Falle wird nach vollendetem Ausheizen
der Massel die Garbe so weit vorgerückt, daß sie sich bis zum Ein«
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen