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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 471 -
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— 47l — in elnem gewissen Grade roh und vollkommen dünnflüssig ist. Nenn daher das Einschmelzen des Roheisens so schnell als zulässig betrie- ben wird, und dessenungeachtet die Schlacke durch ihr Aussehen am Sinteispieö oder in den aufsteigenden Perlen eine zu gaare Be- schaffenheit verräth, so muß man Rohschlackc aufgeben und die zu gaare ablassen, oder zu dem außerordentlichen Mittel greifen, nämlich Quarzsand aufstreuen, was man des größcrn Calo wegen aber nach Thunlichteit vermeiden muß. Wenn man, besonders gegen das Ende des Friscbprozesses, eine Gaarschlacke im Feuer hat, kann man überzeugt seyn, daß der Stahl zu weich ausfällt. Mit der Stärke des Windes muß man sich zwar nach der Art des Verlaufes des Prozesses richten, wie schon einigemal bemerkt wurde; für gewöhnlich trifft man aber bei der Stahlarbeit selten mehr als 10 bis 15 Zoll Wassersäule Pressung. Ein zu starker Wind ist bei der Stahlarbeit nachthcilig, weil er das Schlackcnbad zu leicht turchdringt, unmittelbar auf den Frischbodcn wirkt, und diesen zu gaar macht. Aus dieser Ursache muß ferner beim Stahl- frischen ein ungleicher stoßender Windstrom möglichst vermieden werden. Vei regelmäßigem Gange der Stahlarbeit muß das Roheisen vor und während des Abschmelzens vor dem Winde schon nahe die gewünschte Gaarc erlangen, worauf es dann unter der Schlacken- Hülle nach unbedeutendem Aufkochen in den festen, stahlartigen Zu- stand übergeht; ein weiteres Fortschreiten in der Gaare muß die Beschaffenheit der Schlacke verhindern. Aus »dieser Ursache endlich darf bei der Stahlarbeit die Herdgrube nie bis zur Formhöhe, oder noch weniger thcilweise darüber mit dem Schinclzgute angefüllt wer- den ; denn diese höhern Theile würden nothwendig vom Winde ge- troffen, mithin zu gaar ausfallen. Mehr oder weniger aufgebaute Tachel, die bei der Eiscnarbcit sehr gewöhnlich sind, dürfen bei tcr Stahlarbeit nicht vorkommen, worin wir also wieder einen we- sentlichen Unterschied zwischen beiden Frischmethoden finden. Bezüg- lich des Durchräumens der Formmündung hat man sich natürlich wie bei der Eisenarbeit zu verhalten. Der vielen Schlacke wegen muß diese Arbeit sehr oft vorgenommen werden, sie ist in der Re- gel jedoch stets leicht zu vollbringen. Vei gar zu häufigem Verle- gen der Form muß ein Theil der Schlacke abgestochen werden. 31
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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