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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 472 -
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— 472 — Sobald das bestimmte Noheiscnquantum, oder soviel davon, tis die Herdgrube auf 2 bis l Zoll unter der Form gefüllt erscheint, eingeschmclzen ist, muß das Feuer schnell zu Ende getrieben wer- den. Ein Nachzerrennen, ein Verkochen des Düuncisens, findet hier- bei nicht Statt, denn eö darf kein Dünneiscn vorhanden sevn. 3'ee raschem Einschmelzen bildet sich zwar, besonders gegen Ende des Zerrcnnens in Folge des hitzigen Ganges bisweilen etwas wildes Dünneisen, was mit dem feinen nicht zu verwechseln ist; allein wenn man nicht sehr weiche Flossen hat, durch die man sich ge- zwungen sieht das Einschmelzen möglichst zu beschleunigen, stellt sich niemals viel davon ein, und kann durch kalte Flcssenstückchen cder nasse Schlacke bald behoben werten, oder man gießt bisweilen selbst durch die Form einige Maß Wasser zur Kühlung inö Feuer, für leinen Fall aber wird deßhalb am Ende ein Nachblascn nothwendig. Wie demnack die letzte Flcssciuange aus dem Feuer ist, schürt man schnell das Feuer etwas zusammen, sticht die Schlacke in die mit Wasser gefüllte Smtergrubc ab, wirft eine Schaufel voll nasser Schlacke in den Hnd, und stellt das Gebläse ein. Der Stahldachel wird jedoch „icht sogleich ausgestochen, sondern man lüftet ih» nur etwas, und laßt ihn dann V4 bis '/,. Stunde noch in der Grube, damit er sich langsam etwas abkühle, weil er vermöge seiner rohen Beschaffenheit in der vollen Zcrrennhitzc unter tcn Hammcrschlägcn zu vielen, regellosen Slückcn zerfallen würde. Dieses Abkühlen würde zwar scklicUer erfolgen, wenn man den Tachcl außerhalb der Herlgrube liegen lassen, oder noch schneller, wenn mau ihn überdies mit Äas- ser begießen möchte; allein durch dieses rasche Abkühlen würden die äußern Theile zu kalt werden, während der Kern des Dachcls noch zu heiß ist. Je roher der Dachcl, nach dem Gange t«r Arbeit zu urlheilen, ausgefallen ist, desto länger läßt man ihn kühlen. Nach ausgcstochenem Dachel wird der Herd sogleich auf die im §. l^6 beschriebene Art und Weise für die nächste Tachelbillung wieder vorbereitet. Die ganze Zeit von einem Dachel zum andern beträgt nahe 4 Stunden. tz. R3V. Nci der hauvtgewerkschaftlichen Methole erscheinen die ausgestochenen Stahldachcl bis auf die Rcinseite genöhnlich ganz mit einer dünnen Scliwattkruste überzogen, welche du.-ch das län-
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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