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eine kreisförmige Mündung von 16 bis 17 Linien Durchmesser, 3'/ü
bis 4'/« ZoU Uebcrliegen, l0 bis 16 Grat Stechen, u»e liegt mit
ihrer Achse ganz in ter Mittelbreite tcs Hertes. Die nicht immer
auf der Formplatte ruhenden Düsen haben lö bis lü Linien Durch-
messer (ebenso wenn nur Eine Düse vorhanden ist) und 4 bis 4 '/«
Zoll Abstand von der Fermmündung. Das Anprcllcn des WioteS
erfolgt je nach der Düsen- und Fermneigung und Höhe tcs Vösch-
bcdens Null bis 6 Zoll von ter Nia entfernt, in der Mittclbreite
des Lcschbotens, ja bisweilen selbst 1 oder 2 Zoll ob tcm Löi'chbo-
den am Riastcin. Die gewöhnlichste Stärke tes Windes ist l,'> bis
16 Zcll Wassersäule Pressung. Hat man jedech die Wahl eines
stärtern Geblases, so arbeitet man auch mit 18 bis 29 Zoll Was«
sersa'ule Pressung, wobei aber die Düsen 5 bis 6 Zoll hinter ter
Formmüntung liegen, und für ein etwaiges Abbrennen der Forin
weniger Gefahr ist.
Die kärntnerischen Stahlkammer begehen ihr Roheisen in,
zweierlei Gestalten von den Hohöfen, nämlich als Striezelstossen und
als Vlattel. Erstere Sorte bestehet aus mehr oder weniger halbir-
tcm, selten aus grauem Roheisen, und wird vor dem eigentlichen,
Frischprozcsse durch ein Harlzerrennen in weißes weiches Roheisen,
sogenannte Voten, umgewandelt, letztere dagegen, aus durch Ab-
schrecken gebildetem Tpiegelciscn (siehe Seite 44) bestehend, werden,
ohne Vorfrischung zur Stahlarbeit genommen, unt gleichsam als
rchmachcndei Zusatz gebraucht.
Das HarNcrrcnncn wird auf den meisten Werken »och in dem
StghlfllM selbst '.'crgeucmmcn, und damit gewöhnlich ter Schluß
der taglichen Arbeilschicht gemacht, indem man nach der letzten Ootla
(Dachcl) die Herdgrube bis auf den Löschboden reiniget, tiefen er-
höhet und stauchet, und sofort zum Hartzerrennen vorbereitet, wie
uns bereits aus §. 117 bekannt. In Niederwölz, und seit Kur«
zem auch in St. Andrä, wird dieser Prozeß jedoch mit Vortheil in
einem eigenen Hartzerrennfcuer mit Ablassen betrieben, wie wir aus
§.118 gleichfalls schon lcnnen. Zu den Vortheilen, welche diese ver-
besserte Hartzerrennmethode mit Ablassen an und für sich gewährt,
gesellt sich noch, daß hierdurch das Stahlfeucr besser im Staute ge-
halten, und eine »icl größere Eneugung erucll werten kann.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen