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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 482 -
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— 482 — Da wir den Hartzcrrennprozeß bereits kennen, genügt hier die Vemeitung, daß zum eigentlichen Stahlfrischprozesse der kärntneri- schen Methode Haitzerrcnnböden, und weiße, frische Hohofenblattel verwendet werden, und das Brennmaterial fast ohne Ausnahme in Fichten-, Tannen- und etwas Lärchentohlen bestehet. ß. R42. Wenn das Feuer neu zugestellt, oder durch irgend einen Nnfall der Löschboden zu Grunde gegangen ist, muß mit der Herstellung les Löschbodens die Vorbereitung des Herdes begonnen werden. Auf die Anfertigung des Löschbodens muß die größte Sorg» fall verwendet werden, weil der gute Verlauf des Stahlfrischens von der Haltbarkeit dieses Bodens gar sehr abhängig ist. Abgesehen von der entsprechenden Höhenlage muß dieser Boden aus alter, mit Asche und Schlacke gemengter Löscht zu einer solchen Festigkeit gestaucht wer- den, daß man mit dem Finger selbst bei einiger Mühe ihn durchzu- bohren nicht im Stande ist, und auch mit einem spitzen Eisen na,N' haften Widerstand findet. Zu dem Ende gibt man einen Korb voll Kohlen in die leere Herdgrubc, entzündet sie, und läßt sie auf ungefähr das halbe Volumen zusammenbrenncn, wodurch die neue Grube zu- gleich ausgetrocknet wird, und dann staucht man die noch glühenden Kohlen mit der erzeugten Asche fest zusammen. Hiernach zieht man ein» etwa 1'/« Zoll hohe Lage durchgcreuterter und schon gebrauchter (sogenannter Blase-) Lösche darüber, und darauf macht man wieder eine Kohlenglut, tie man nach Verlauf von etlichen Stunden aber- mals zusammenstaucht, worauf wieder eine Lage Vlaselösche eingezo^ gen, und abermals eine Kohlcnglut darüber gebracht und diese wieder zusammengestaucht wird u. s. f., bis der Löschboden eine Höhe von 7 Zoll unter der Form erreicht hat. Bei dem jedesmaligen Stauchen wird die Löschlagt um beiläufig 1 Zoll höher, und jedesmal pstegt man mit eil-c» 100 Schlägen zu stauchen. Hätte man keine alte Lösche zu Ge- bote, so müßte derganze Löschboden lagenweise aus halbverbraunten Koh- len gestauchet weiden; ist aber, wie gewöhnlich, an Vlaselösche kein Mangel, so kann man aus ökonomischen Rücksichten die noch vorhan- dene Kohlenglut vor dem Stauchen herausfasscn, und nach eingezo- gener Löschlagc wieder darüber geben, bloß den Abgang durch frische Kohlen ersehen. Nur durch dieses viele Stauchen, in dünnen Lagen und im glühenden Zustande der mit Asche und Schlacke gemengten
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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