Seite - 488 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Bild der Seite - 488 -
Text der Seite - 488 -
— 488 —
wieder frischer gemacht werden, und bei vielen gaarcn Brocken psteqt
man öfter einen Theil derselben aus dem Heide zu schaffen, tamit
die nächstfolgende Vlattelaufgabe um so wirksamer ist. Ein gan;-
liches Erstarrt- oder Vcrtochtseyn des Saueis zu Einem Klumpen
kann bei einiger Achtsamkeit und Nachhülfe in der vcrigen Periode
nie eintreten; wäre es aber doch der Fall, so müßte neuerdings
zur Sauerbildung geschritten und dann wieder aufgerichtet werden.
Durch das Aufrichten des Sauers wird bezweckt, daß das auf-
gelockerte Häufchen von der Hitze allenhalben durchdrungen, die
obern Theile desselben durch den Wind zum Frischboden verkocht,
die untern hingegen in Berührung mit dem glühenden Loschboden
wieder zu Sauer umstaltet werden. Dieser wieder gebildete Sauer
muß sich bei geordnetem Gange der Arbeit auch durch die ganze
folgende Periode erhalten, und nach ausgebrochener Coita am Losch«
boden des Herdes wieder zum Vorschein kommen; denn nui dann,
wenn sich unter der Cotta beständig flüssiges Roheisen von start
entkohlter, weicher Beschaffenheit vorfindet, kann man vollkommen
überzeugt seyn, daß die Cotta wenigstens auf der untern Seite auS
einem vollkommen harten Stahle bestehen muß. Erstarrt dieser
Sauer aus Mangel der nöthigen Hitze am Löschboden, dann ist die
untere Seite der Cotta nicht Stahl, sondern Roheisen; wird derselbe
aber verkocht, so kann das entstandene Product zwar noch Stahl
seyn, allein meist von einer weichern Beschaffenheit, welche Qualität
man auf steirische Art billiger darzustellen im Stande ist. Bei rich-
tigem Feuerbau und entsprechender Anfertigung des Löschbodcns und
gehörigem Auswärmen desselben findet man bei sonst richtiger Ma-
nipulation niemals eine Schwierigkeit in der Erhaltung des Sauerö.
Das nach vollbrachtem Aufrichten des Saunö mit einer Zange
eingehaltene Prcsastück wird nun in der zweiten Hälfte ebenso ge-
putzt und geschweißt, wie zuvor beim Deulputzen mit der ersten Hälfte
geschehen ist, und die abgeheiztcn und abgestoßenen Theile desselben
tragen gleichfalls zur Bildung des Flischbotens bei. Das geputzt«
Presastück wird, wie bei allen Hitzen geschieht, vorerst auf die Verfional-
dant geschafft, daselbst die Feuerzange gegen die geeignete Schmied«
zange ausgetauscht, und das Stück mit der letztern am Zuge zum
Hammer gebracht. Unter dem Hammer wird dieses stück zu einem
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen