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langen Kolben von ungefähr 3 Zoll Stärke an dem Ende und 4
bis 5 Zoll in der Mitte ausgeschmictet, welche Echmiedearbeit das
Umschlagen des Teules genannt wird.
Das Putzen des Presastückcs fordert '/? bis ^4 Stund, wäh«
rend welcher Zeit sich der aufgerichtete Sauer an der Oberfläche
zu einem gleichmäßigen, ebenen Voden verkocht haben soll. Um sich
davon volltcmmen zu überzeugen, wird der Voten während des
Dculumschlagens, in welcher Zeit der Herd ganz frei ist, mit der
kleinen Rennstange nach allen Richtungen untersucht, und damit
man hierbei von der Hitze weniger zu leiden hat, kann man las
Verlegklückcl in die Form geben, oder den Wind auf andere Art
schwächen oder ganz sperren, was man zur bessern Vollbringung
jeder länger« Arbeit im Herde thun kann, wenn gerade kein schwei-
ßendes Stück im Feuer sich befindet. Zeigt sich bei dieser Untersu-
chung der Voden nahe über den ganzen Herd verbreitet, und von
ebener fester Beschaffenheit, so ist er als tauglicher Frischboden zu
betrachten, und demgemäß wird sodann zum Einschmelzen der Hart-
zerrennböden geschritten. Ist der aufgerichtete Sauer aber nicht ver-
kocht, sondern vielleicht zum größten Theile wieder flüssig geworlcn,
wie dies bei sehr rohem Gange bisweilen wohl geschehen kann, oder
hatte man früher neuerlings zur Sauerbillung schreiten müssen; so
muß der Sauer jetzt wieder wie früher aufgerichtet, mithin die Zeit
seit dem vorigen Aufrichten bezüglich ter Vildung des Frischbolens
als eine verlorene betrachtet werden. Aus dieser Ursache soll man
schon während des Schweißens und Putzcns des Presastückcs den
Vorgang im Herde untersuchen und demgemäß regulircn, welche
Untersuchung theils mit dem Räumspicße durch die Form, theils
«it der kleinen Rennstange zu beiden Seiten des PresastückcS ge-
schehen kann. Bemerkt man, daß sich der Volen nicht ausbreiten
will, sondern am Nande herum stüssig wird, so hilft man gleich
mit gaaren Zuschlägen und schwachem Winde nach; oder sinlcr
man, daß ter aufgerichtete Sauer sich nur deßhalb nicht ausbreiten
will, weil er in der Mitte zu gaar und zu hoch sich ansetzt, dann
n»uß man den Haufen mit der Rennstange durchzuarbeiten, zu
vercheilcn und eben zu verkochen trachten. Das wiederholte Auf«
lichten wird sich daher bei »»«sichtiger Arbeit nur am Ende der
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen