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Was dit Menge der Schlacke betrifft, so soll dieselbe den Cotta-
bodcn bei 2 bis 2'/^ Zoll hoch bedecken, um diesen vor dem Winde
l)inrc,chcnd zu schützen. Sammelt sich zu viel Schlacke an, wodurch
tie Einwirkung des Windes zu sehr geschwächt und die Arbeit verzögert
»ird, so muß sie theilweise abgestochen weiden. Ferner muß die
Scklacke, wenigstens für kurze Zeit, abgestochen werden, wenn sie
sich nach einer vertieften Stelle des Cottabodcns gezogen hat, damit
sie nicht das Heranwachsen dieser Stelle hindern, oder wohl gar
»in Turchfressen derselben veranlassen kann. In diesem, wie in al-
Icn andern Fällen, wo man gezwungen ist, oder zu besorgen steht,
daß der Wind den Cottaboden unmittelbar bespielen kann, soll man
siets den Luftstrom des Gebläses schwächen, und den Herd an je-
nen Stellen mit Kohlen gut verschlossen halten, wo die Einwirkung
des Windes am meisten zu fürchten ist. Hat sich die Schlacke wirk-
lich schon an irgend eine Stelle neben der Cotta auf den Löschbo-
dcn niedergezogen, was durch ihr plötzliches Verschwinden über der
Cotta und die damit verbundenen Wallungen unter der Cotta an-
gezeigt wird, dann muß sie tief abgestochen und durch frisch aufge-
gebene ersetzt werden, weil sie sonst durch ihre Einwirkung den
unter der Cctta befindlichen Sauer verlocken und die Cotta selbst
weich machcn würde. In allen jenen Fällen hingegen, wo man
zu wenig Schlacke über der Cotta hat, was sich durch die helle
Flamme ankündiget und mit dem Näumeisen controlirt werden kann,
muß Schlacke, und bei zugleich weicher Beschaffenheit des Coltabo«
lens auch Vlattclcisen aufgegeben werden.
Wir wollen jetzt den gamcn Ausheizprozeß verfolgen, dann
wieder zur Betrachtung der Coltabildung zurückkehren. Der umge-
schlagene Deut (an manchen Orten Massel genannt) erhält wie
zuvor erwähnt in der mittlern Länge eine Schweißhitze, mit wel-
cher er an dieser Stelle eine quadratische Schmiedung von nahe 2
Zoll Stärke erhält und dann zu 2 großen Kolben, Halbdeule,
abgesetzt wird, welcke sogleich wieder in das Feuer zurückkommen.
Nun gehet das Aushcizen ohne Unterbrechung fort, indem das
nächste Stück immer Schweißhitze erhält, während das frühere aus«
geschmiedet wird. Die Halbdeule werden meist in !i kleinere Kol-
ben, Tajol i , geschmiedet; jeder derselben erhält noch eine Schweiß-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen