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gleich abzukühlen, lleberhaupt muß man gegen Ende der Cottalil«
düng mit dem Vlattelaufgeben lieber zu viel als zu wenig thun,
«eil die Cotta auf ihrer obern Seite am ehesten zu weich ausfällt.
Wenn die Herdgrube eine solche Volle erreicht hat, daß
man mit dem Zerrennhaggel nur schwer noch unter der Form durch«
fahren kann, die Oberfläche der Cotta also nahe auf Einen Zoll
herangesiiegen ist, dann muß der Prozeß als beendet angesehen, mit<
hin der Rest des Hartzerrennbodcns zurückgeschoben, der Wind so-
gleich abgestellt, die Schlacke abgelassen, und das Feuer ausgeräumt
werden, bis die Cotta von noch etwas flüssiger Schlacke, welche nie
vollkommen abfließt, bedeckt zum Vorscheine kömmt. Die gewöhn«
liche Dauer des Einschmelzens der Hartzerrcnnböden, bis diese Volle
der Grube erreicht wird, schwankt von 3V4 bis 3'/< Stunden. Je
nach der anscheinend größern oder geringern Härte der Cotta, muß
sie im entblößten Zustande länger oder kürzer zur langsamen Ab-
kühlung noch im Herde belassen werden', und die während dieser
Kühlung an der Oberstäche erstarrte Schlackentruste wird von Zeit
zu Zeit abgehoben und beseitiget. Wenn man glaubt, daß die Cotta
hinreichend abgekühlt ist, was meist nach ungefähr 1l) bis l5 Mi-
nuten der Fall, dann wird noch die letzte, allenfalls durch Negie-
ren mit Nasser zum gänzlichen Erstarren gebrachte Schlacke abge-
hoben, mit der kleinen Brechstange zwischen Cotta und Niastein Luft
gemacht, die Zwängstange daselbst unter lie Cotta gebracht und da,
mit aufgewucktet; dann die Cotta mit Hülfe der großen Rennstange
so gehoben, daß sie auf zwei übergelegten Querstangen mit ihrer un-
tern Seite über die Herdgrube zu liegen kömmt, in welcher Lage der
an dieser Seite anhängende, halberstarrte Sauer abgestoßen wild,
welcher sofort zu dem in der Grube verbliebenen Sauer fällt. 2>ie
gereinigte Cotta wird hierauf mit Hülfe der Moja und eines Zcrrenn-
haggels auflie Versionalbant übergedreht und gezogen, woselbst sie
nöthigenfalls zur weitern Kühlung noch etwas liegen bleiben kamn,
dann aber zum Schrotte« nach dem Hammer transportirt wird»
ß. R4<l. Vei normalem Gange der Arbeit wird von dem
im Veginn der Schicht eingerennten Sauer bei jeder Cotta un,ge«
fähr 20 Pfund verkocht. War demnach zur eisten Cotta bei 6<0
Pfund Roheisen eingeschmolzen, und dazu etwa 20 Pfund von den
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen