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jeder Deut in sich mehr Gleichförmigkeit in der Stahlqualität be-
kommt. Das Formstück fällt aus leicht zu begreifender Ursache öf»
lcr »reicher aus, als das Niastück. Jeder Tcul wird nochmals auf
den Amboß geschafft, um den Hammer in Mitte an einem seiner
schmalen Enten wieder einfallen zu lassen, damit er an dieser Stelle
mit der Moja fest gepackt werden kann. Eine weitere Bearbeitung
erfahren auch die Tculc nicht, und trotz dem dauert das Schrotte»
bei 15 Minuten.
Der geringe Hammer, welcher zu allem Uebcrflufse oft kaum
120 Schlage per Minute zu machen im Stande ist, und zwei
Etahlfeuer zu versorgen hat, muß als ein wesentlicher Mangel der
kärntnerischen Rchstahlarbeit angesehen werden, und daß man nicht
längst schon davon abgegangen, ist nur durch den Umstand zu er-
klären, daß man beim Ausschmieden des harten Stahles zu Tan»
nenbaum und andern kleinern Dimensionen füglich keinen viel
schwerern Hammer gebrauchen kann. Wir haben gesehen, daß, un-
geachtet der Aushciz- und .Schmicteprozeß schon mit tcm Sauer-
machen seinen Anfang nimmt, und die Arbeit bis zur fertigen
Votta 5 bis 6 Stunden dauert, dennoch öfter nicht aller Stahl
ausgeschmiedet werden kann, während das Ausschmieden bei der
steirischen Stahlarbeit mit einem nicht viel kleinern Stahlquantum
in 2 bis 3 Stunden beendigt ist. Es ist zwar richlig, daß vermöge
der Saueibildung und des Aufrichtens bei der kärntnerischen Me-
thode der Prozeß im Stahlfcuer nothwendig etwas länger als bei
der steirischen Arbeit dauern muß, allein dieser Unterschied in der
Manipulation kann vereint mit der etwas schwerern Cotta, durch«
schnittlich kaum eine Stunde betragen. Die übrige Zeitversaumniß
und der damit verbundene größere Kohlcnaufwand muß daher ledig-
lich der mangelhaften Leistung des Hammers zugeschrieben werden;
denn wäre das Ausheizen früher beendet, so könnte man von der Ar-
beitseite aus ebenfalls Voten einschmelzen, und dadurch den eigent-
lichen Frischprczcß oder die Cottabildung beschleunigen. Uebrigcns
kann jedoch nicht in Abrede gestellt werden, daß das sorgfältige
Putzen der Teule und das oftmalige Schweißen und Schmieden
der ^einzelnen Stücke zur großer« Reinheit und Gleichförmigkeit
des kärntnerischen Rohstahls im Vergleich zu der steilischen Einiges
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen