Seite - 125 - in Generative Bildarbeit - Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
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125 Gegenstände der Anderen denken. Danach werden die Gegenstände in der
Gruppe getauscht. Jede Person erhält den Gegenstand einer anderen Person
als Impuls für das weitere Arbeiten. Durch die Dialogrunde wurden die Teil-
nehmer_innen bereits zum Nachdenken über die Impulsgegenstände ange-
regt. Das anschließende Fotografieren zum Impulsgegenstand wird auch bis
zu einem gewissen Grad von den im Gespräch entwickelten Gedanken beein-
flusst. Der interaktive und zeitliche Aufwand für die Umsetzung ist hoch.
Kleines Mapping Ich bezeichne das Mapping in der Impulsphase als kleines
Mapping im Gegensatz zu jenem, das als viertes Element einen Zyklus Gene
rativer Bildarbeit abschließt. Ein erstes kleines Mapping kann bereits in der
Impulsphase sinnvoll sein. Zunächst wird aus den mitgebrachten Bildern/
Gegenständen eine gemeinsame Landkarte erstellt. Die jeweiligen Bilder/
Gegenstände werden auf einem Tisch verteilt. Die Teilnehmer_innen werden
aufgefordert, diese gemeinsam in eine Ordnung zu bringen. Das wird vorerst
ohne Worte gemacht. Die Teilnehmer_innen verschieben ihren eigenen, auf
dem Tisch befindlichen Gegenstand so lange, bis er in einer für sie passenden
Position liegt. Es werden dabei Nah- und Distanzverhältnisse zwischen
den verschiedenen Bildern/Gegenständen ausgelotet und sichtbar. In einem
nächsten Schritt sprechen die Teilnehmer_innen über die entstandene Ord-
nung/Landkarte. Sie erläutern die von ihnen vorgenommenen Positionierun-
gen. Im Gespräch wird das Gefüge bei Bedarf weiter verändert. Am Ende liegt
ein Bild, bestehend aus den Gegenständen aller Teilnehmer_innen, vor der
Gruppe. Bei Bedarf können sich die Teilnehmer_innen einen Titel oder Fragen
für dieses Gesamtbild ausdenken. Diese können wiederum aufgeschrieben
und so in das Bild gelegt werden. Die Bilderlandkarte kann dann als Impuls
für das weitere Arbeiten aller Teilnehmer_innen genutzt werden. Der interak-
tive und zeitliche Aufwand für die Umsetzung ist hoch.
Abb. 32 Kleines Mapping
Generative Bildarbeit
Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
- Titel
- Generative Bildarbeit
- Untertitel
- Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
- Autor
- Vera Brandner
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5008-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 276
- Schlagwörter
- Forschendes Lernen, Fotografische Praxis, Methodik, Generative Bildarbeit, Grenzarbeit, Kulturelle Differenz, Praxeologie, Selbstversuch, Reflexive Grounded Theory, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmungen, Situationalität, Reflexivität
- Kategorie
- Medien