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Generative Bildarbeit - Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
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138 Generative Themen Welche zentralen Inhalte und Themen kannst du für dich aus der Beschäfti- gung mit deinen und den Fotos der Anderen ableiten? Welche Widersprüche und Erkenntnisse haben sich im gesamten Prozess bisher ergeben? Welche Bedeutung haben für dich die Themen, die sich bisher beim Fotografieren und im Gruppenprozess ergeben haben? Abb. 40 Impulsfragen zur Reflexion und Dokumentation Element 4 Mapping Mit dem Mapping sind die Beteiligten im Gruppenprozess an jenem Punkt angelangt, an dem sie die Erfahrungen zusammenführen, die sie bisher beim Fotografieren und beim Bilddialog gemacht haben. Dabei wählen die Teilneh- mer_innen aus der Vielzahl von entstandenen und besprochenen Bildern jene aus, denen im Rahmen der gemeinsamen Arbeit besondere Bedeutung zukam. Aus dieser Auswahl gestalten die Teilnehmer_innen nun eine Bilderlandkarte. Durch diese Bilderlandkarte werden die generativen Bilder (gB) sichtbar/ erkennbar, aus denen dann nach Freire (1978) generative Themen (gT) erschlossen werden können. Das können auch unangenehme Themen sein, die z. B. auf kulturelle Differenzen hindeuten. Die generativen Themen zeigen laut Freire gesellschaftlichen Handlungsbedarf anhand konkreter Lebens- umstände auf (ebd.: 84–89). Selektion Alle Teilnehmer_innen werden aufgefordert, sich aus der Viel- zahl der Bilder, die bisher präsentiert und im Bilddialog besprochen wurden, ein bis zwei Bilder auszusuchen, die für sie im Prozess eine besondere Bedeu- tung erlangt haben. Meist finden es die Teilnehmer_innen sehr schwierig, dieser Aufforderung nachzukommen, dementsprechend sollte genug Zeit für ihre Entscheidungsfindung eingeplant werden. Die Teilnehmer_innen können auch angeregt werden, ein Bild von sich selbst und eines von einer anderen Person auszuwählen; so wird sichergestellt, dass von jeder Person zumindest ein Bild in der Bildauswahl vorhanden ist. Bei Bedarf kann ein Bild auch von mehreren Personen ausgewählt werden. Stilles Mapping Alle ausgewählten Bilder werden auf einem Tisch aufge- legt. Die Teilnehmer_innen werden angeleitet, die Bilder gemeinsam in eine Ordnung zu bringen bzw. eine Bilderlandkarte zu erstellen, die Nah- und Distanzverhältnisse, Grenzen und Verbindungen zwischen den Bildern zum Ausdruck bringt. In einem ersten Schritt werden die Bilder von den Teilneh- mer_innen, ohne dass diese miteinander sprechen, verschoben und geordnet. Dieser Vorgang kann so lange dauern, bis sich nichts mehr bewegt — bis niemand mehr das Bedürfnis hat, etwas im Gesamtgefüge zu verschieben. Dieser Punkt kann einerseits durch Konsens in der Gruppe entstehen. Es kann anderseits aber auch der Fall sein, dass beim stillen Mapping kein Konsens erreicht wird und die Teilnehmer_innen nach einer Weile die Bilder nicht wei- ter bewegen, weil sie sich nicht einigen können. Sowohl Konsens als auch Dissens gelten in diesem Zusammenhang als wertvolle Ergebnisse; keinesfalls sollte man einen Konsens erzwingen. In beiden Fällen ist es empfehlenswert, mit argumentativem Mapping fortzufahren.
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Generative Bildarbeit Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
Titel
Generative Bildarbeit
Untertitel
Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
Autor
Vera Brandner
Verlag
transcript Verlag
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-5008-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
276
Schlagwörter
Forschendes Lernen, Fotografische Praxis, Methodik, Generative Bildarbeit, Grenzarbeit, Kulturelle Differenz, Praxeologie, Selbstversuch, Reflexive Grounded Theory, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmungen, Situationalität, Reflexivität
Kategorie
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