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169 ist in Anlehnung an Robert Yin aufgebaut (2009: 86). Es enthält zudem einen
Überblick über die jeweilige Fallstudie samt Zielen, Themen, Fokus, Kontext
und Literatur — dessen, was ich in den jeweiligen Gruppenprozess einbringe.
Ich beschreibe darin den Vorgang im Feld sowie die notwendigen Voraus-
setzungen, Datenquellen, Ablauferinnerungen, den Zugang zu Quellen,
Ressourcen, Technik, Material, das Notfallprogramm, den Ablauf der Daten-
sammlungsaktivitäten und notiere eine Zeiteinschätzung. Nach den einzelnen
Einheiten trage ich zentrale Fragestellungen in das Protokoll ein, die für die
Gesamtstudie relevant scheinen. Bei Bedarf notiere ich auch mögliche Quellen
zur Bearbeitung dieser Fragen. Wie ist es mir im Feld gegangen? Was habe
ich im Feld ausgelöst? Wie ist es meinen Forschungspartner_innen im Feld
gegangen?
4.3 DATENMATERIAL
Durch die Interaktions- und die Subjektivitätscharakteristik des gesamten
Forschungsprozesses konnte ich auf vielfältige Weise Daten erheben und
archivieren. Zur Archivierung aller Daten wurde eine Daten- und Quellen-
bank angelegt. Diese stellt die Basis für ein Verweissystem dar, das nachvoll-
ziehbar macht, woher eine Aussage stammt, und angibt, wo sich die Quelle
dazu in der Datenbank befindet (ebd.: 118–122). Die Daten- und Quellenbank
beinhaltet weitaus mehr Material, als im Rahmen des Deutungsprozesses
benötigt wurde. Durch die Datenvielfalt konnte ich, im Sinne des Theoretischen
Samplings, auf verschiedene Datensorten zurückgreifen.
Das Datenmaterial, das im Laufe der multiplen Fallstudie seit 2011
gesammelt wurde, kann anhand der verschiedenen Formen der Datenerhe-
bung unterschieden werden: Als Archivdaten bezeichne ich jenes Material, das
ich über das Archiv des Vereins ipsum beziehe. In diesem Archiv finden sich
Protokolle zu einzelnen Workshops und Projekten (2003–2010), die jeweils bei
einem Einsatz verfasst worden sind und über Workshop-Abläufe, die konkrete
Umsetzung sowie Verbesserungsvorschläge Auskunft geben. Diese Protokolle
dienten mir vor allem als Basis für die Methodenentwicklung (siehe Kapitel
2), jedoch auch als Ausgangspunkt für eine erste Thesenbildung im Rahmen
der multiplen Fallstudie. Als explizite Daten bezeichne ich jenes Material, das
ich bewusst in der Forschungsinteraktion erhebe. Es handelt sich dabei
beispielsweise um Audioaufnahmen von Gruppendiskussionen, Fragebögen,
Interviews mit Teilnehmer_innen oder Forschungstagebücher, die von den
Teilnehmer_innen geführt und anschließend als Datenmaterial zur Verfügung
gestellt wurden. Als implizite Daten bezeichne ich Daten, die durch Gedanken
und Gefühle in der Forschungsinteraktion entstehen und bei mir und den
Teilnehmer_innen eine bestimmte Resonanz erzeugen. Dabei handelt es sich
beispielsweise um Memos, Notizen zu Gesprächen oder um mein eigenes
Forschungstagebuch. Diese impliziten Daten betrachte ich als heuristisches
Material, das dazu dienen kann, theoretische Zusammenhänge zu erklären.
Generative Bildarbeit
Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
- Titel
- Generative Bildarbeit
- Untertitel
- Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
- Autor
- Vera Brandner
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5008-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 276
- Schlagwörter
- Forschendes Lernen, Fotografische Praxis, Methodik, Generative Bildarbeit, Grenzarbeit, Kulturelle Differenz, Praxeologie, Selbstversuch, Reflexive Grounded Theory, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmungen, Situationalität, Reflexivität
- Kategorie
- Medien