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Vor 1918
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
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28 Nun, die Darstellung auf dem Clam´schen Tragaltar (18. Jh) zeigte jedenfalls ihr damaliges Beieinanderstehen. 117 Wie lange sie schon so aufgestellt waren, ist infolge der Archiv-Zerstörung nicht mehr nachvollziehbar (s.o.). Ein ähnliches, vergleichbares Kleindenkmal befand sich, wie bereits angedeutet, in Rottenegg/OÖ. Eine im OÖLA aufliegende Abhandlung unter Jobst Thomas Schmidtauer vOberwallsee [Enkel der Barbara Bischoff vom Haggen, ca 1619 bis 1631 Besitzer der Herrschaft Hagen] belegt, dass dieser nach 1645 /1646, und noch zwischen 1654 und 1656, eine Kontroverse mit Oberwallsee austrug. Seinem Vater Jobst Schmidtauer, Schwiegersohn der Barbara Bischoff, war ua aufgrund seiner lutherischen Aktivitäten, in der Zeit der Gegenreformation, Oberwallsee, welches grundsätzlich zum Erbmarschallamt gehörte, entzogen worden. Die in den Auseinandersetzungen des Jobst Thomas bzgl des Burgfrieds beim Dorf Rottenegg befragten Zeugen gaben an, dass : ...an der äußeren Stiege des Leuthner seit jeher drei Steine gestanden waren, welche den Burgfried von Rottenegg markiert hatten und wo Malefizpersonen „in die Eysen“ geschlagen und dann nach Oberwallsee gebracht worden waren.118 Die Parallele zum Hagen ist frappant, auch hier befand sich die äußere (Grenze und) Stiege, in diesem Fall die des Mosers, unweit des Drei- Säulen-Monuments, wo Malefizpersonen in die Eisen geschlagen wurden. In Ermangelung von Belegen aus dem zerstörten Schlossarchiv Hagen, erscheint es zweckmäßig, die rechtlichen Gepflogenheiten und die Handhabung in den Bereichen weiterer Orte als mögliche vergleichbare Indizien und Leitfäden heranzuziehen: *Man weiß ua vom Kloster Säusenstein nahe Ybbs (Gründung der Herren vWallsee) , dass, als Herzog Albrecht (IV.) vÖsterreich 1398 dieses Kloster vom Landgericht befreite, Verursacher schwerwiegender Delikte forthin vom Amtmann des Klosters nach Aufforderung des Landrichters an der Grenze vom befreiten Territorium zum Landgerichtsterritorium diesem übergeben wurden. Hab und Gut der Übeltäter sollten dem Kloster verbleiben. Am 7. Juni 1398 bestätigte auch Herzog Wilhelm dem Abt und Konvent „Sewsenstain“ die Befreiung vom Landgericht, wie oben.119 *Strnadt führt zB bezüglich des Schärdinger Burgfrieds an, dass 1608 eine Marksäulensetzung vorgenommen wurde. Interessanterweise wird in der entsprechenden Burgfried-Beschreibung von 1642 auf die Mark- oder Gerichtssäulen nicht hingewiesen, lediglich auf den Verlauf des Burgfrieds innerhalb der Grenze.120 Dies bestätigt die Aussage Herrn Alfred Gattringers vom Vermessungsamt Linz, und die entsprechende Handhabung im Hagen.121 *Ein weiteres Beispiel - hinsichtlich des Burgfriedes von Obernberg - besagt, dass Marksäulen oder Steine zu setzen seien, welche „beede Päch und Weg alle drei Gericht und den Burgfried von einander scheiden sollen“.122 117 Reder, PI 22. Oktober 1998. Schäffer, GHft Hagen/Linz, Bd II, Clam x. 118 OÖLA, AStbg, Diverse Herrschaften, HA Rottenegg 1600-1740, Sch. 229, C 2, C 3. (Schäffer, GHft Hagen/Linz, Bd II). 119 Birngruber, Waldenfels, 322. Internet, mom, monasterium.net, Sewsenstain, dat. Wien, am erichtag nach sand Johanns tag ante portam Latinam/ 7. Mai 1398; und 7. Juni 1398, durch Hzg Wilhelm, „Geben zw Wienn am freitag nach des heiligen gotzleichnams tag“. 120 Strnadt, Histor. Atlas, ÖodE, 346. 121 Gattringer, PI 2005, 22. Februar 2012. 122 Strnadt, Histor. Atlas, ÖodE, 347; 367.
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Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Titel
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Autoren
Hanna Schäffer
Herbert Schäffer
Verlag
Eigenverlag Schäffer
Ort
Linz
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
64
Kategorien
Geschichte Vor 1918
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