Seite - 33 - in Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Bild der Seite - 33 -
Text der Seite - 33 -
32
Bewahrungsversuch mittels Unterschutzstellung :
Das Geschehen um dieses herrschaftliche, nun „Linzer“ Rechtsdenkmal erinnert zuweilen
an Adalbert Stifters gleichsam vorausahnend geäußerte Befürchtung im „Nachsommer“:
„…denn es können Zeiten so geringen Kunstsinnes kommen, daß sie das Gesetz selber
aufheben“….“143
Eine weitere entsprechend überlegte Aussage Stifters in seinem Elaborat über den
Hochaltar der Kirche zu Kefermarkt hält fest:
„… es ist eine der ersten Pflichten eines Volkes, das sich selbst achtet, seine
Kunstdenkmäler auch zu achten, sie zu schützen, zu erhalten und dieselben, wenn sie
durch Zeit und Barbarei gelitten hätten, wieder, so weit es möglich ist, in den
ursprünglichen Stand zu setzen“.144
Interessanterweise trat gerade Adalbert Stifter durch sein ihm von Fürst Johann Heinrich
vStarhemberg zur Verfügung gestelltes Freizeit- und Erholungs-Domizil im Hagen, in
Beziehung zu dieser Herrschaft und ihren Gegebenheiten. Bei näherer Betrachtung von
Stifters Werk „Der Nachsommer“ erkennt der mit dem Areal, dem Schloss und der
Geschichte des Hagen vertraute Leser in zahlreichen Details, inneren und äußeren
Besonderheiten des Schlosses, der Nebengebäude, des Geländes etc eindeutig diese
nördlich der Donau, am Fuße des Pöstlingbergs gelegene Herrschaft und ihre
Gegebenheiten.145
Im äußeren Bereich an der Herrschaftsgrenze des Areals Hagen standen und stehen ab
einem unbekannten Zeitpunkt die mittlerweile zu einem beachtlichen Bekanntheitsgrad
gelangten Gerichtssäulen der Herrschaft Hagen. Es bleibt zu hoffen, dass künftige
Generationen dieses besondere (seit 1919, der Eingliederung des Hagen zur Stadt Linz,
zu dieser gehörende) Kleindenkmal eingedenk seiner geschichtlichen und lokalen
Bedeutung direkt am südöstlichen Ende und Eckpunkt der vormaligen Herrschaft Hagen
gelegen, in situ belassen, es als wertvolles Kulturgut entsprechend bewahren, schätzen
und mit historischem Verständnis betrachten.
Die Autoren dieser Abhandlung setzten sich jedenfalls - einer Meinung mit Adalbert
Stifter - nach über langjähriger profunder Erforschung der Herrschaft Hagen und ihres
Areals, sowie des mündlich überlieferten Wissens diverser Zeitzeugen (des letzten
Jahrhunderts des gebietsmäßigen Bestandes der Herrschaft) gemeinsam mit Dr. Brigitte
Pixner, Univ. Prof. Dr. Helmut Pruscha, Familie Peyrl, als den damaligen Miteigentümern
der Liegenschaft, auf welcher die Gerichtssäulen stehen, verantwortungsbewusst bei der
Denkmalschutzbehörde für die Unterschutzstellung und den Verbleib in situ (an der
Kreuzung Altstraße – Herrschaftsgrenze, zu vormaligen Nachbarherrschaften und
Gerichten) ein.
143 Stifter, Nachsommer, 101.
144 Großschopf, Stifter, 21.
145 Vgl Schäffer, Adalbert Stifter und Schloss Hagen. Diesbezgl. Hinweise von Rainer Warnecke.
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
- Titel
- Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
- Autoren
- Hanna Schäffer
- Herbert Schäffer
- Verlag
- Eigenverlag Schäffer
- Ort
- Linz
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 64
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918