Seite - 39 - in Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Bild der Seite - 39 -
Text der Seite - 39 -
38
Obige BDA-Begründungsthese würde im Parallelvergleich unzählige als wertvoll
eingestufte Denkmale, Museumsgegenstände [zB griechische Säulen, persische
Gebäudeteile, Bodenfunde,…kurzum sämtliche in Museen bewahrten allesamt
„dislozierten“ Objekte], der bei diesen tatsächlich stattgefundenen „Dislozierung“ wegen,
abwerten, die hohen Versicherungssummen für all die dislozierten und so scheinbar mit
dem „Makel mangelnder historischer Aussagekraft“ belegten, oft sogar aus unklar-
lokalem, - zeitlichem und -funktionsmäßigem Zusammenhang gerissenen Objekte und
ihre Präsentation in den Museen der Welt in Frage stellen.
Als Beispiel sei hier der Saliera gedacht, sowohl ihrer mehrfachen historischen
„Wanderung“, als auch der Aufregung um den späteren Diebstahl wegen! Vielfach
"disloziert", wäre ihr historischer Wert gemäß obiger These gleich Null, ihre Entwendung
entsprechend wenig gewichtig, die teuren Vorkehrungsmaßnahmen und die hohe
Versicherungssumme eigentlich kaum vertretbar.149
Die von den "Unterschutzstellungs-Befürwortern" erbetene wissenschaftliche
Untermauerung, der Beleg für die "Dislozierung" - hinsichtlich der BDA-
Dislozierungs- und damit verknüpften Entwertungs- These - unterblieb wie
erwartet, ebenso wie die Unterschutzstellung des Recht-Denkmales.150 Die These
widerlegt sich wohl selbst im Hinblick auf die Museen im Speziellen und die unzähligen
"dislozierten" Kunstobjekte im Besonderen!
Der am 6. Juni 2011 nun hochoffiziell beim BDA Wien eingereichte schriftliche Antrag auf
Unterschutzstellung wurde von diesem wiederum dem Landeskonservatorat OÖ
übertragen.151 Mit Schreiben der Rechtsabteilung des BDA Wien vom 3. August 2011
erging die Mitteilung, dass unser Schreiben vom 14. Juni 2011 zur Durchführung weiterer
Erhebungen an das Landeskonservatorat für Oberösterreich weitergeleitet wurde.152
Man versuchte in der Folge den Aspekt des „ungesicherten“ Standpunktes als Gegen-
Argument einzubringen - wiewohl direkt am (Grenz-) Eckpunkt der Herrschaft Hagen,
direkt am Grenzpunkt zu Auberg und Urfahr, und an dem von Urfahr heraufkommenden
„Hauptweg“ und dessen Zusammentreffen mit dem herrschaftlichen Weg gelegen,
akkurat in der Häuserfront-Linie situiert, am althergebrachten Umkehrplatz (s. Fotos).
Beim Lokalaugenschein am 3. November 2011 (eineinhalb Jahre nach dem schriftlichem
Ansuchen !) fielen von Seiten des entsandten Linzer BDA-Beamten sogar
Verwunderungsäußerungen, warum und ob man die Erhaltung wirklich anstrebe !?! 153
Mit den darauf folgenden Recherchen dieses Amtes und der nunmehrigen
Hauptargumentation mittels Betonung einer vormaligen Parzellen-Teilung/Besitzer-
Wechsel bzw Zusammenlegung im Jahre 1907, ging eine neuerliche Ablehnung einher,
aber immerhin bereits bezugnehmend auf die „mittelalterl. Gerichtssäulen“ im Hinblick
149 Benvenuto Cellini plante das Salzgefäß für Kardinal Ippolito d´Este von Ferrara, Franz I. vFrankreich ließ
es anfertigen, Kg Karl IX. schenkte es Erzherzog Ferdinand vTirol, welcher es der Kunstsammlung in
seinem Schloss Ambras einverleibte. Im 19. Jh gelangte die Saliera nach Wien, wurde dort am 11. Mai 2003
aus dem Kunsthistorischen Museum entwendet, bei Zwettl vergraben und 2006 wieder ins Kunsthistor.
Museum zurückgebracht.
150 D.h. die Untermauerung musste mangels erhalten gebliebener schriftlicher Belege/Hinweise
unterbleiben; das Schlossarchiv soll (laut Ströbingers Abschriften-Erinnerung, ua PI 22. Jänner 1998) sogar
solche enthalten haben, sei aber (mit dem "Sanctus" des BDA!) der Zerstörung preisgegeben worden.
151 BDA Wien, dat. Wien 3. August 2011 (am 1. Juli eingegangen).
152 BDA Wien, Rechtsabteilung, HR Dr. Christiane Lehne, dat. 3. August 2011. Etliche Telefonate der
Unterschutzstellungswerber.
153 Anlässlich des Lokalaugenscheines am 3. November 2011 durch Mag. Klaus Kohut/ Mag. Susanne
Leitner, BDA Linz.
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
- Titel
- Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
- Autoren
- Hanna Schäffer
- Herbert Schäffer
- Verlag
- Eigenverlag Schäffer
- Ort
- Linz
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 64
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918